Wir besprachen alles Nötige am Motorboot. Der 49er FX ist dann relativ sicher, man legt einfach einen Wing auf einem Schlauch ab und hält den Bug knapp im Wind. Das Boot ist dann so stabil, dass ich sogar schnell den Trimm an den Wanten ändern konnte, sodass wir gut für den starken Wind gerüstet waren.
Sobald man allerdings vom Motorboot weg ist, braucht das Boot vor allem eines, um stabil zu sein: Speed! Ein langsamer FX ist extrem schwierig aufrecht zu halten, wenn er langsam ist oder keine Strömung an Schwert und Ruder hat und so war es nicht verwunderlich bei den starken Böen, die nun reinkamen, dass wir mehrere Male kenterten. Die Ankündigung zum Start des 2. Tagesrennens war schon lange durch und bis wir endlich loskamen, waren wir schon echt spät dran und sehr weit weg von der Startlinie. So starteten wir eine Minute hinter allen anderen, schafften es aber im Laufe des Rennens zumindest ein Boot aufzuholen und den Rückstand zum Feld ordentlich zu verringern. Da viele andere Teams wegen Materialbruch, oder weil sie sich die Bedingungen nicht zugetraut hatten, reingefahren waren, landeten wir am Ende sogar noch auf Platz 13.
Im dritten Rennen war immernoch viel Wind, aber dieses Mal verpassten wir nicht den Start. Wir schafften es das ganze Rennen das Boot aufrecht zu halten und hielten die ganze Zeit einen Platz in den Top Ten, bis die letzte Halse vor dem Ziel etwas wackelig endete und wir kurz vor der Ziellinie kenterten. Leider wurden wir dadurch nur noch 11., trotzdem war es ein erfolgreicher Tag. Wir waren noch nicht oft in solchen Bedingungen gesegelt, aber hatten souverän gekämpft und uns gut geschlagen.
Ehe wir uns versahen, war auch schon der letzte Wettfahrttag da. Es war wieder ordentlich Wind und die Welle war deutlich schwieriger zu fahren als am Tag zuvor. So hatten wir auf dem Downwind ordentlich zu tun, um nicht mit dem Bug in die nächste Welle zu stechen und vorn über zu schlagen. Leider erwischte uns sowohl im ersten als auch im dritten Rennen des Tages jeweils eine Welle, bei der man echt nicht mehr viel machen konnte, um einen sogenannten „Nosedive“ zu verhindern. Während wir das Ganze im letzten Rennen noch irgendwie retten konnten (unser Coach hatte uns schon baden gesehen), kenterten wir leider im ersten Rennen. Mit 16, 12 und 14 hielten wir uns aber trotzdem noch auf dem 10. Platz im Gesamtklassement und waren damit für unsere erste richtige Regatta ziemlich zufrieden.
We discussed everything necessary on the coachboat. With one wing on the tube of the rib, the 49er FX is relatively safe, just keep the bow close to the wind. The boat is so stable that I could even quickly change the trim on the shrouds, so we were set up equipped for the strong wind.
However, once away from the coachboat, a skiff needs one thing above all else to be stable: speed! A slow FX is extremely difficult to keep upright, especially when there is no flow on the centerboard and rudder, so with the strong gusts that were coming in, it was not surprising that we capsized several times. The start of the 2nd race of the day had already been announced a while ago and by the time we finally got going we were really late and very far from the starting line. So we started one minute behind everyone else, but managed to catch up at least one boat during the race and reduce the gap to the fleet quite a bit. Since a lot of other teams went in because of broken equipment or because they didn’t feel safe with the conditions, we even ended up in 13th place.
In the third race there was still a lot of wind, but this time we didn’t miss the start. We managed to keep the boat upright the whole race and held a place in the top ten the whole time, until the last gybe before the finish ended a bit shaky and we capsized just before the finish line. Unfortunately, this meant we only finished 11th, but it was still a successful day. We hadn’t sailed in such conditions often before but had fought confidently and done well.
Before we knew it, the last day of racing was here. There was strong wind again and the wave was much more difficult to ride than the day before. So we had a lot of work to do on the downwind to avoid pitchpoling into the next wave. Unfortunately, both in the first and the third race of the day, we were caught by a wave where there was really not much we could do to prevent a so-called „nose dive“. While we could somehow save the whole situation in the last race (our coach had already seen us swimming), we unfortunately capsized in the first race. With 16, 12 and 14 we were still on the 10th place in the overall ranking and were quite satisfied for our first proper regatta.
Der zweite Wettfahrttag fing schonmal gut gelaunt an und unser Gekicher über die Botschaft auf unserem Baum hielt noch lange an, nachdem wir rausgefahren waren. Die Bedingunen waren ähnlich wie am ersten Tag.
Leider schafften wir es nicht gleich im ersten Rennen, unseren guten Start abzuhaken – eine unserer Trapezverstellungen hatte sich aus der Klemme gelöst – aber wir schafften es durch eine schnelle gute Wende zügig eine freie Lane zu finden und auf dem Streckbug Richtung Luvtonne zu fahren. Irgendwann konnten wir sogar abkassieren, kreuzten einmal das Feld und rundeten die Luvtonne als erste mit einem riesigen Abstand zum zweiten! Wahnsinn, was so ein freier Kopf bewirken kann, nicht wahr? Auf der zweiten Kreuz ließen die Schere zum zweitplatzierten Team dann leider deutlich aufgehen und fielen dadurch zurück. Auf dem Downwind wurde es dann nochmal etwas hektisch und durch ein paar Halsen zu viel beendeten wir das Rennen „nur“ noch auf dem 6. Platz. Trotzdem ein gutes Rennen!
Im zweiten Rennen konnten wir hinter das Ziel „Mind. ein guter Start“ dann auch ein Häkchen setzen. Und dank unserer lustigen Botschaft auf dem Baum und einem ironischen Kommentar meinerseits behielten wir auch im zweiten Rennen den Fokus. Mit gutem Speed und guter Taktik beendeten wir das Rennen sogar auf dem zweiten Platz!
Im Dritten Rennen war der Start so la la – wir schafften es nach dem Losfahren einfach nicht, das Boot ordentlich beschleunigen zu lassen, ohne zu viel Meter zum Boot nach Lee zu verlieren. Danach fanden wir einfach keine freie Lane auf der Kreuz und mit abnehmenden Wind, aber gleichbleibend kabbeliger Welle fühlte sich das Boot an als würde es ständig in der Welle feststecken – ein wirklich ekliges Gefühl. Aber zum Glück sind die Rennen im Fx nur 25 Minuten lang und so war die Quälerei dann auch schnell wieder vorbei.
Für den dritten Wettfahrttag waren bis zu 25kts in Böen vorhergesagt. Huiuiui… Aber als wir morgens im Hafen ankamen, war davon noch nichts zu spüren – schlappe 6-7kts, mehr nicht. Trotzdem ging unser Coach mit uns einmal durch, welche anderen Ziele wir für die Rennen haben würden, sollte doch noch so viel Wind kommen: Nicht kentern und nicht verletzen.
Im ersten Rennen des Tages waren die Bedingungen ähnlich wie die ersten beiden Tage. Wir führten wieder an der Luvtonne, dann fehlte es uns wieder etwas an Konstanz und Sicherheit auf dem Downwind, sodass wir einige Boote verloren, aber wir beendeten das Rennen trotzdem noch auf dem 6. Platz.
In der Pause zwischen dem ersten und zweiten Rennen kam dann der Druck…
Morgen geht’s weiter!
English Version
The second day of racing started in a good mood and our giggles about the message on our boom continued long after we went out. The conditions were similar to the first day. Unfortunately we didn’t manage to tickck off our good start right away in the first race – one of our trapeze adjustments had come out of the clamp – but we managed to find a free lane quickly with a quick good tack and were able to sail on the long tack towards the windward mark. At some point we were even able to cross the fleet and rounded the windward mark in first with a huge gap to the second! Amazing what a clear head can do, isn’t it? On the second upwind though unfortunately, we let the gap to the second team open up and lost one or two places. On the downwind it got a bit hectic again and due to a few too many gybes we finished the race „only“ on 6th place. Nevertheless, a good race!
In the second race we could put a tick off our goal „at least one good start“. And thanks to our funny message on the tree and an ironic comment from my side, we kept our focus. With good speed and good tactics we even finished the race in second place!
In the third race the start was so so – we just didn’t manage to let the boat accelerate properly after the start without losing too many meters to the boat to leeward. After that we just couldn’t find a clear lane and with decreasing wind but still choppy waves the boat felt really stuck – a nasty feeling. But luckily the races in the Fx are only 25 minutes long and so the torment was over soon.
For the third day of racing up to 25kts in gusts were predicted. But when we arrived at the harbour in the morning, there was no sign of it – only 6-7kts, nothing more. Nevertheless, our coach went through with us what other goals we would have for the races, should more wind come: Don’t capsize and don’t get hurt.
In the first race of the day, the conditions were similar to the first two days. We led again at the windward mark, then again lacked some consistency and confidence on the downwind, so we lost some places, but we still finished the race in 6th place.
In the break between the first and second race, the pressure came…
Vilamoura Sailing hat 2018 angefangen, im großen Stil mit zwei Regatten und guten Trainingsbedingungen, Segler in seine Marina zu locken. Mittlerweile ist der Hype um den kleinen Urlaubsort an der Algarve etwas abgeflaut – vor allem, da immer mehr Segler seit der ersten Coronawelle ihr Wintertraining auf den Kanaren verbringen – aber die Organisatoren bei Vilamoura Sailing sind nach wie vor hochmotiviert und heißen jeden Segler herzlich willkommen und das merkt man auch.
Wir haben uns dieses Jahr für Vilamoura als unsere Winterbase entschieden, nachdem es in Valencia nun gar keine anderen FX zum Trainieren gab, und als Neulinge in der Klasse schließt man sich was die Trainingsorte angeht, erstmal der Masse an, um dann Leute kennenzulernen. Dann schließt man sich erst Trainingsgruppen an und versucht später eine gute Trainingspartnerschaft mit einem anderen Team zu bekommen.
Die erste der beiden Regatten ist immer im Dezember, kurz vor Weihnachten und dauert 5 Tage, von denen an 4 gesegelt wird. Für uns würde es die erste richtige Regatta als Team sein. Vor der Regatta haben wir uns 5 Tage vorbereitet und haben versucht, alle Punkte, die wir mit JP in Valencia noch nicht erledigen konnten, die aber für die erste Regatta unumgänglich waren, abzuarbeiten. Das bedeutete, dass wir die Zeit vor allem dafür genutzt haben, um gegen die zahlreichen anderen FX Teams Trainingsrennen zu fahren. Dadurch konnten wir uns schonmal auf die Regattasituation einstellen und bekamen einen Eindruck davon, wie wir im Vergleich zu den anderen stehen. Vor und nach den Rennen arbeiteten wir jeweils gezielt an den Punkten, die uns dann noch fehlten, um in der Regatta dann konstant gute Performance in den Rennen zeigen zu können.
Es waren wieder lange Tage auf dem Wasser, aber sie haben sich definitiv gelohnt.
Am ersten Regattatag hatten wir Mittelwind mit Kabbelwelle. Mit einem 9. Platz starteten wir gar nicht mal so schlecht in die Wettfahrten, aber in Rennen 2 und 3 fehlte uns die Konstanz und Selbstbeherrschung, um fokussiert durch den Tag zu kommen. Auffällig waren auch die Starts, da waren wir immer etwas zu spät dran. Wir wussten, dass wir es besser machen können, aber es war auch der erste Tag unserer allerersten gemeinsamen Regatta und für Nadi die ersten Wettfahrten überhaupt im 49er Fx, also erinnerte uns unser Coach daran, dass wir nicht gleich alles perfekt können müssen. Wir wollten uns aber natürlich am nächsten Tag verbessern und legten einige Ziele fest, unter Anderem: Mindestens einen guten Start! Fokus darauf, das Boot immer schnell zu machen. Und lockere, entspannte Stimmung an Bord, auch falls es nicht so laufen sollte wie wir es von uns erwarteten. Dafür klebten wir ein Tape mit einer ganz besonderen Botschaft (die ich hier nicht zitieren möchte 😉) auf unseren Baum.
Nach einer intensiven Nachbesprechung gönnten wir uns zum Abendessen Sushi. Es stellte sich heraus, dass Nadi schon ein paar Tage etwas auf dem Herzen gehabt hatte und nun war endlich Ruhe und Zeit, dass sie es ansprechen mochte. Es stellte sich heraus, dass wir beide das gleiche Gefühl hatten und ziemlich schnell kamen wir auf den gleichen Schluss und entschieden, die ganze Sache noch an dem Abend zu klären, was wir dann auch taten. Dadurch konnte Nadi endlich wieder gut schlafen und hatte für den nächsten Tag wieder den Kopf frei, um voll zu performen. Und auch ich merkte, wie ich mich wieder besser konzentrieren konnte, obwohl mich das Gefühl nicht so sehr beschäftigt hatte, ich es tatsächlich erst wirklich bemerkt hatte, als Nadi anfing darüber zu sprechen. Aber diese Geschichte hat mal wieder gezeigt, wie stark wir zusammen im Team sind und wie wichtig es ist, dass wir unsere Stärke „Offene Kommunikation“ so oft wie möglich einsetzen.
Morgen geht’s weiter!
English Version
In 2018 Vilamoura Sailing started to attract sailors to its marina on a large scale with two regattas and good training conditions. Now the hype around the small holiday town at the Algarve has died down a bit – especially since more and more sailors have been spending their winter training in the Canaries since the first Corona wave – but the organizers at Vilamoura Sailing are still highly motivated and welcome every sailor warmly.
We chose Vilamoura as our winter base this year after there were no other FX to train with in Valencia, and as newcomers to the class, you first join the crowd in terms of training locations and then try to get to know people. You first join training groups and later try to get a good training partnership with another team.
The first of the two regattas is always in December, just before Christmas and lasts 5 days, 4 of which are race days. For us, it would be the first real regatta as a team. Before the regatta, we spent 5 days preparing, trying to work through all the things we hadn’t been able to work on during our last camp Valencia, but which are essential for the first regatta. This meant that we mainly used the time to do training races against the numerous other FX teams. This gave us a chance to adjust to the regatta situation and get an idea of how we compare to the others. Before and after the races we worked specifically on the points that we were still missing, in order to be able to show consistently good performance in the races.
Like in Valencia we had again long days on the water, but they were definitely worth it.
On the first day of the regatta we had medium wind with chop. With a 9th place we started into racing not bad at all, but in race 2 and 3 we lacked the consistency and self-control to get through the day focused. What was also noticeable, we were always a bit late at the starts. We knew we could do better, but it was also the first day of our very first regatta together and for Nadi the first races ever in the 49er Fx, so our coach reminded us that we should not be too hard on ourselves. But of course we wanted to improve the next day and set some goals: At least one good start! Focus on making the boat fast at all times. And a relaxed atmosphere on board, even if things didn’t go as we expected. To reinforce the latter, we stuck a tape on our boom with a very special message written on it (which I do not want to quote here 😉).
After an intense debrief, we treated ourselves to sushi for dinner. It turned out that Nadi had had something on her mind for a few days and now it was finally quiet enough and time for her to address it. It turned out that we both had the same feeling regarding this issue and pretty quickly we came to the same conclusion and decided to settle the whole thing that evening right away, which we did. So Nadi could finally sleep well again and had her head free for the next day to perform fully. I also noticed how I was able to concentrate better again, although the feeling hadn’t bothered me that much, in fact I hadn’t really noticed it until Nadi started talking about it. But this story showed once again how strong we are together as a team and how important it is that we use our strength „Open Communication“ as often as possible.
Olympisches Segeln ist hart. Es ist ein Hochleistungssport und jeder arbeitet viel und hart. Um an der Spitze zu stehen, muss man noch mehr und noch härter arbeiten. Da ist es nicht verwunderlich, dass die Athleten irgendwann mal unter diesem Druck zusammenbrechen. Irgendwann hat man einfach keine Energie mehr, um seine kämpferische Einstellung beizubehalten, weiterzumachen, wenn es schwierig wird, seinen Segelpartner zu unterstützen und immer sein Bestes zu geben.
Heute ist mir das passiert. Es war der letzte Tag des Vilamoura Grand Prix, einer viertägigen Regatta. 12 Rennen, von denen 6 in Überlebensbedingungen stattfanden, bei denen ständig irgendwelche Boote kenterten – sogar die Teams, die die Regatta unter den Top 3 beendeten.
Nach der zweiten Wettfahrt hatte ich das Gefühl, dass ich es nicht mehr aushalten konnte – meine Arme, Schultern und mein Rücken taten weh, mein Verstand sagte mir, dass ich nicht meine Erwartungen erfüllte, und ich fühlte mich genervt von meiner Segelpartnerin, weil sie immer sagte: „Ich kann nicht!“, wenn ich sie nach den Halsen bat, schneller ins Trapez zu kommen – obwohl ich immer noch versuchte, alle meine Sachen hinzukriegen. Natürlich wusste ich tief in meinem Inneren, dass sie immer ihr Bestes gibt und genauso viel Grit hat wie ich – wenn nicht noch mehr – und immer die besten Absichten hat, wenn sie mir auf dem Wasser Feedback gibt. Und tief in meinem Innern verstand ich, dass sie mir nur sagen wollte, dass sie sich bei den verrückten Bedingungen, die wir hatten, nicht sicher fühlte, so schnell ins Trapez zu gehen. Was ja auch verständlich ist!
Aber in diesem Moment war all das Vertrauen, das ich normalerweise in sie habe, tief unter allem, was vor sich ging, begraben: Der Respekt vor den Bedingungen und dem 49er Fx, dieser wilden Bestie und der Erschöpfung und Müdigkeit, sowohl körperlich als auch mental. Dennoch gelang es mir, meine Emotionen weitestgehend für mich zu behalten, tief zu wühlen, um etwas von dem Vertrauen herauszulassen und bis zum letzten Rennen zu pushen.
Aber danach ging einfach nichts mehr. Wir haben uns nicht gestritten, aber wir hatten eine ziemlich intensive emotionale Diskussion, die damit endete, dass sie mir sagte, wenn ich ihr Verhalten auf dem Wasser nicht ertragen könne, müsse ich mir jemand anderen suchen. Whoa…. Zuerst dachte ich: „Also ich bin nicht diejenige, die vor 6 Monaten eine Vorschoterin gesucht hat…“ Ich hatte mein Segelleben voll geplant mit Projekten auf unterschiedlichen Kielbooten. Und tatsächlich hatte ich in den letzten Monaten schon noch ein wenig den Möglichkeiten nachgetrauert, die ich im Offshore-Segeln nicht mehr würde wahrnehmen können, nachdem ich mich zu einer Olympiakampagne in einem High Performance Skiff verpflichtet hatte.
Aber ziemlich schnell spürte ich nur noch Stolz. Ich bin so stolz darauf, wie sehr sie und ich uns in den letzten 5 Monaten persönlich weiterentwickelt haben. Als ich sie im Juni kennenlernte, hätte sie ihrer Vorschoterin nie gesagt, dass sie sich jemand anderen suchen soll. Sie hätte einfach alles hingenommen, was so passiert. Jetzt ist sie stärker als je zuvor und spricht über ihre Gefühle, und das macht uns als Team noch stärker. Mir ist auch klar geworden, dass wir auf unserer Reise und in unserer Beziehung als Segelpartner schon so weit gekommen sind, dass ich selbst jetzt, wo ich müde und erschöpft im Bootspark stehe und weine, mit riesigen Bauchschmerzen von der ganzen Anspannung auf dem Wasser und dem mentalen Wahnsinn, der vor sich geht, nicht aufgeben möchte.
Ja, olympisches Segeln ist hart. Nicht nur auf dem Wasser. Wir müssen ein Budget zusammenbekommen, um die Trainer, unsere und ihre Unterkünfte, Transporte, Ausrüstung und vieles mehr bezahlen zu können. Ich kann euch sagen, dass es momentan nicht einfach ist, Sponsoren zu finden. Und das Geld zu finden, um die Trainer zu bezahlen, von denen wir wissen, dass wir mit ihnen zusammenarbeiten müssen, um die Besten zu werden, war in den letzten Monaten unsere größte Sorge und ist es immer noch. Aber auf dem Wasser müssen wir all das vergessen, und uns einfach nur konzentrieren und Leistung bringen. Und genau das haben wir getan.
Also verzichte ich gerne auf ein paar Offshore-Regatten und nehme dieses harte Leben in Kauf, innerhalb von 3 Jahren die Beste zu werden, auch wenn man sagt, dass dies normalerweise mindestens 6 Jahre dauert. Zu hören, wie stolz unser Trainer auf unsere Entwicklung in dieser Woche ist und wie andere Trainer zu ihm kamen und ihm zu unserer Leistung gratulierten. Das Glück in Nadis Augen zu sehen und mein eigenes Glück zu spüren, wenn wir die Anspannung eines schwierigen Tages abschütteln oder wenn wir nach einem tollen Tag vom Wasser zurückkommen. Wenn ich sehe, welche Fortschritte wir nach nur 5 Monaten in dieser Kampagne bereits gemacht haben, nachdem wir praktisch bei null angefangen haben. Diese Momente sind es wert, dass wir schwierige Phasen wieder und wieder durchstehen. Dank der Arbeit, die wir mit unserem Mentaltrainer Markus Bauchrowitz schon geleistet haben, ist es mir sogar egal, ob andere Segler mich im Bootspark weinen sehen. Ich habe auf dem Wasser mein Bestes gegeben. Ich war erwachsen und tough bis zur letzten Minute der letzten Wettfahrt. Und wenn ich nach der Regatta einen emotionalen Zusammenbruch habe, zeigt das nur, wie viel Leidenschaft und wie viel von mir selbst ich in diesen Sport stecke, und ja, das kann gerne jeder wissen.
Olympic Sailing is tough. It‘s a high performance environment and everybody works a lot. To be at the top you have to work even more and even harder. So it’s no surprise that at some point athletes break down under that pressure. At some point you just don’t have any energy left to keep up your gritty attitude of keeping going when the going gets tough, supporting your teammate and always giving it your best shot.
Today this happened to me. It was the last day of the Vilamoura Grand Prix, a four day regatta. 12 races of which 6 were held in survival conditions with boats capsizing everywhere – even the teams that finished the regatta in the Top 3.
After the second race toady I started to feel like I could not take it anymore – my arms, shoulders and back were hurting, my mind was telling me how I wasn’t performing to my expectations and I got really pissed at my teammate for saying “I cannot!” when I asked her to come out on the trapeze quicker after the gybes although I was still trying to make everything work. Of course, I knew deep down inside me that she always gives everything her best shot and is always just as gritty as me – if not grittier – and always has the best intentions when she’s giving me feedback on the water. And deep down inside me I understood that she just wanted to tell me that she was not feeling safe to go there with the crazy conditions we had.
But in that moment all that trust I normally have in her was buried deep below everything that was going on: The respect for the conditions and the 49er Fx, this wild beast and the exhaustion and tiredness both physically and mentally. Still I was able to keep my emotions inside me, dig deep to allow some of that trust coming out and kept pushing until the last race.
But after that I just simply fell apart. We didn’t start arguing but had quite an intense emotional discussion which ended with her telling me that if I cannot put up with her demeanour on the water I have to find somebody else. Whoa…. At first I thought, “well it’s not me who was searching for a Crew 6 months ago…” I had my sailing life sorted out with big boat projects. And actually those last months I had still been grieving a little bit about the opportunities I would not be able to pursue in Offshore sailing now that I had committed myself to an Olympic Campaign in a high performance dinghy.
But pretty quickly I felt only pride. I feel so proud how much she and I have developed our personalities in the last 5 months. When I met her in June she would have never told her crew that she should go and find someone else. She would have just put up with whatever was happening. Now she is stronger than ever and speaks up about her feelings and that makes us even stronger as a team. I also realized that we have already come this far in our journey and our sailing partner relationship that now, even standing there tired and exhausted, crying in the boat park with a huge belly ache from all the tension on the water and the mental madness that was going on, I don’t want to give this up. Yes, Olympic Sailing is tough. Not just on the water. We have to put together a budget to be able to pay coaches, our and their accommodation, transports, equipment and more. I can tell you it’s not easy to find sponsors these days and finding the money to pay the coaches we know we have to work with to become the best was our number 1 worry over the last months and still is. But on the water we have to forget about all that and simply focus and perform. And we did exactly that.
So I’ll happily sacrifice some Offshore regattas and put up with the tough life of becoming the best within 3 years even tough they say this usually takes at least 6 years. Hearing our coach talk about how proud he is of our development this week and how other coaches came to him and congratulated him for our performance. Seeing the happiness in Nadis eyes And feeling my own happiness when we shake off the tension from a difficult day or when we come in after a great day on the water. Realizing the progress we have already made only 5 months into this campaign, basically starting from zero. These rewards make it worth going through these tough phases again and again and again. Actually, thanks to the work we did with our mental coach Markus Bauchrowitz, I don’t even care about anymore if other sailors see me crying in the boatpark. I did my best on the water. I was mature and tough until the last minute of the last race and if I have an emotional breakdown after the regatta has finished, that just shows how much passion and how much of myself I put into this sport and hell yeah, everyone can know that!
In einer Olympiakampagne geht es um so viel mehr als nur die Segelinhalte. Auf meinem Weg zu den Olympischen Spielen 2024 werde ich mich auf einige persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten verlassen müssen. Viele davon haben Nadi und ich bereits, einige müssen wir noch entwickeln. Wenn sie in bestimmten Situationen während unserer Kampagne auftauchen, werde ich diese Gelegenheiten nutzen, um eine kleine Vorstellung über sie zu schreiben.
Heute beginne ich mit GRIT.
„Was ist Grit?“, wirst du dich jetzt vielleicht fragen. Grit ist nicht nur ein norddeutscher Vorname, sondern kommt aus dem Englischen „to grit your teeth“. Wenn du Grit hast (so wie Nadi und ich 😉), dann machst du weiter, auch wenn es schwierig wird, stehst nach Rückschlägen immer wieder auf und gehst die Extrameile, um dein Ziel zu erreichen.
Unser Coach sagt, dass ohne GRIT alle anderen Talente und Fähigkeiten (im Segeln) nichts wert sind. Das war also eines der ersten Dinge, auf die er uns während unseres ersten gemeinsamen Trainingslagers getestet hat. Wir haben den Test bestanden und er ist jetzt überzeugt, dass wir unsere Ziele tatsächlich erreichen können und will deshalb langfristig mit uns arbeiten!
Meine Laser Radial Trainerin hatte mir eigentlich schon oft gesagt, dass ich sehr viel GRIT habe. Aber mir war nie bewusst, was für eine großartige Stärke das ist. Heute bin ich unglaublich dankbar dafür, dass ich GRIT zu meinen Stärken zählen kann, denn das hat mich dazu gebracht, beim Segeln zu bleiben, auch wenn es schwer war oder wenn mein Weg mal nicht klar war.
Nun, wird man mit Grit geboren? Oder kann man GRIT lernen? Ich weiß es nicht genau. Auf jeden Fall braucht es Leidenschaft und/oder den großen Wunsch, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wenn du mehr über dieses Thema erfahren möchtest, empfehle ich dir, GRIT von Angela Duckworth zu lesen oder dir ihren Ted Talk oder ihr Ted Talk Interview anzuhören.
Fällt dir jetzt eine Situation ein, in der du kürzlich deinen Grit gezeigt hast? Erzähl‘ mir gerne in den Kommentaren davon!
What it takes to win Olympic Gold: 1. GRIT
An Olympic Campaign is about so much more than sailing. On my journey to the Olympics 2024 I will have to rely on some certain personal qualities and skills. A lot of them Nadi and I already possess, some we still have to develop. As they pop up in certain situations during our campaign I will take these occasions as opportunities to write a little introduction on them.
Today we will start with GRIT.
„What is Grit?“, you might be asking yourself now. Grit is not only a North German first name, but comes from the English „to grit your teeth“. If you have grit (like Nadi and me 😉), you keep going even when things get tough, you always stand up again after setbacks and go the extra mile to reach your goal.
Our coach says without GRIT all your other sailing talent and skills are worth nothing. So this was one of the first things he tested us on during our first camp together. We passed the test and he is now convinced that we can indeed reach our goals and therefore wants to work with us longterm!
My Laser Radial coach actually always told me that I had a lot of GRIT. But I never realised what an awesome strength it is. Today I am very thankful for being a gritty person because it made me stick with sailing even when it was hard or when my path wasn’t clear.
Now, are people born with grit? Or can you learn to be gritty? I actually don’t know. For sure it takes passion and/or a huge desire to achieve a certain goal. If you want to dive more into this topic I would strongly recommend to read GRIT by Angela Duckworth or listen to her Ted Talk or her Ted Talk Interview.
Thinking of a recent situation where you showed your GRIT now? Tell me about it in the comments!