Segler-Wörterbuch

Aufgrund vermehrter Anregungen werde ich hier die Begriffe des „Segler-Chinesisch“, die ich in meinen Beiträgen verwende, erklären. Das Wörterbuch werde ich nach und nach und immer, wenn ich ein bisschen Zeit habe, erweitern und ergänzen.

A

  • Achterliek – die hintere Kante des Segels
  • Amwind (auch Amwindkurs oder Hoch am Wind) – Ein Segelboot kann nicht gegen den Wind segeln, da es ja von ihm angetrieben wird. Also segelt man z.B. im Laser im 40°-Winkel zur Windrichtung. Die Kunst besteht hierbei darin, diesen Winkel möglichst gering zu halten, dabei aber keine Geschwindigkeit einzubüßen.
  • angleichen – Übung, bei der Amwind gesegelt wird, um Bootsgeschwindigkeit und Höhe am Wind zu vergleichen
  • Anliegelinie – Linie auf der man eine Tonne erreichen kann, ohne dass man noch eine Wende oder Halse machen muss
  • AP – Mit dem Wimpel (Flaggenart) AP wird ein Start verschoben. AP über Flagge H weist die Segler an, z.B. wegen eines Gewitters im Hafen auf den nächsten Start zu warten und AP über A verschiebt den Start sogar auf ein späteres Datum.
  • aufriggen – das Boot aufbauen, insb. das Rigg (Mast, Segel, Baum & alle dazugehörigen Leinen)

B

  • Baum – Querstange zum Mast, an dem das Segel befestigt ist
  • Baumniederholer – dient dazu, den Baum herunterzudrücken und dadurch das Achterliek zu spannen und das Segel flacher zu trimmen
  • Bug – vorderes Ende des Schiffs

C

  • Cunningham – Damit verändert man die Spannung im Vorliek und trimmt das Segel damit flacher oder bauchiger

D

E

F

  • 49er Fx – die aktuelle olympische Skiffklasse für Frauen, Zweihandskiff mit Gennaker

G

  • Gennaker – großes, bauchiges, asymmetrisch dreieckiges Vorsegel, das aus relativ leichtem Segeltuch hergestellt wird und sich für Raum- bis Halbwindkurse eignet

H

  • Halbwind(-kurs)/Reach – Der Wind kommt von der Seite, manchmal auch eher etwas mehr von hinten (stumpfer Halbwindkurs oder Raumschots) oder vorne (spitzer Halbwindkurs).

I

J

K

  • Kentern – Das Boot kippt um und liegt auf der Seite oder beim Durchkentern komplett verkehrt herum im Wasser. Um das Boot wieder aufzurichten, klettert der Segler aufs Schwert und nutzt dessen Hebel.
  • Klasse – Segelboote werden in sog. Bootsklassen eingeteilt. Es gibt olympische Bootsklassen, in denen man sich für die olympischen Spiele qualifizieren kann und nichtolympische. Es gibt Boote, die von einer Person alleine gesegelt werden (Einhandboote) und welche, die man zu zweit oder mehr segelt (Zwei-/Mehrhandboote).
  • Kreuz – Man segelt Amwind und wendet, wenn es sinnvoll erscheint, um am schnellsten die Luvtonne zu erreichen. Bei Laserregatten wird nach dem Start einer Wettfahrt meistens als erstes eine Kreuz gesegelt.
  • Katamaran – Zweirumpfboot

L

  • Laser – Eine Bootsklasse, die 1970 von Bruce Kirby entworfen wurde. Es gibt drei Formate mit entsprechenden Segelgrößen, aber immer gleichem Rumpf: Laser Standard(Olympische Einhandbootsklasse Männer), Laser Radial (Olympische Einhandbootsklasse Frauen) und Laser 4.7. Als Einhandbootsklasse wird der Laser gewöhnlich nur von einer Person gesegelt.
  • Lee – die, dem Wind abgewandte, Seite
  • Luv – die, dem Wind zugewandte, Seite

M

  • Mast – steckt senkrecht im Boot; Beim Laser wird das Segel mit dem sog. Segelschlauch über den Mast gestülpt und so befestigt. der Mast des Lasers besteht aus dem Mastober- und dem Unterteil, welche dann zusammengesteckt werden. Die Länge des Unterteils variiert je nach Segelgröße (Standard, Radial, 4.7).

N

  • Nacra17 – die aktuelle olympische Katamaranklasse, wird mixed gesegelt (also immer ein Männlein und ein Weiblein), foilt (hebt bei einer bestimmten Geschwindigkeit ab und fliegt quasi übers Wasser)

O

  • Olympia/Olympische Spiele – sportliches Großereignis, das nur alle vier Jahre stattfindet. Im Gegensatz zu anderen Sportarten kann man im Segeln bisher nur an einer Disziplin (also in einer Bootsklasse) teilnehmen und somit nur eine Medaille jeweils gewinnen und es gibt pro Disziplin nur maximal einen Platz pro Nation, sodass die Qualifikationsbedingungen sehr hart sind. Für einen Segler sind sie das höchste Ziel, der große Traum, auf den man immer hinarbeitet.

P

Q

R

  • Regatta – Segelwettkampf; Man segelt mehrere Wettfahrten und derjenige, der am Ende die wenigsten Punkte hat, gewinnt.

S

  • Start – Die Startlinie wird zwischen dem Startschiff und einer Pinnend-Tonne oder einem Pinnend-Boot gebildet. Dem eigentlichen Start einer Wettfahrt gehen das Ankündigungssignal mit dem Hissen der Klassenflagge (5min vorher), das Vorbereitungssignal (4min vorher) und das 1-Minuten-Signal voran. Je nachdem welche Vorbereitungsflagge beim Vorbereitungssignal hoch und beim 1-Minuten-Signal wieder runter geht, dürfen sich die Segler in der letzten Minute oder in den letzten 10sec nicht mehr in dem Dreieck zwischen Luvtonne und Startlinienbegrenzungen aufhalten. Verstößt man gegen diese Regel, darf man sich bereinigen, indem man wieder hinter die Startlinie zurückkehrt je nach Flagge kann man bei einem Frühstart aber auch direkt disqualifiziert werden.
  • Streicher – ab einer bestimmten Anzahl von gesegelten Wettfahrten wird das schlechteste Ergebnis gestrichen

T

  • trimmen – Alles, was das Segel beeinflusst; Man kann das Segel an sich trimmen, indem man an den Streckern (beim Laser Baumniederholer, Unterliekstrecker und Cunningham) zieht oder durch Verlagerung des eigenen Gewichts die Kräfte, die auf das Boot wirken, verändern.

U

  • Unterliek – die untere Kante des Segels
  • Unterliekstrecker – Damit verändert man die Spannung des Unterlieks und trimmt das Segel dementsprechend flacher oder bauchiger

V

  • Vorliek – die vordere Kante des Segels
  • Vorwind(-kurs) – Der Wind kommt von hinten, das Boot fährt also „vor dem Wind“. Im Laser fährt man jedoch meistens nicht genau mit der Windrichtung, sondern fällt immer etwas ab oder luvt an, um die Strömung des Windes am Segel zu optimieren und/oder um auf Wellen heraufzukommen, damit man diese mit mehr Geschwindigkeit heruntersurfen kann.

W

X

Y

Z

Die Erklärungen sind teilweise aus Wikipedia übernommen.