A Decade of Racing

Ten years ago I competed in my first ever sailing competition, the Büsselberg-Preis, at lake Steinhuder Meer, near my home town. After the first race I was so excited about having completed my first ever race that I capsized straight after the finish line. The second race I had to retire after getting lapped by everyone else with no chance on making the time limit because instead of going on a close hauled  course my Upwind was more of a reach. I didn’t do great in that regatta but it was the first out of many more that followed.

In the next couple of years I won some championships and rankings in my county in the Optimist B division and moved on to the Optimist A division to start collecting points that would allow me to take part in the German Nationals and the trials for the Optimist Europeans and Worlds. But unlike lots of other talented kids that just smash it in the Opti and have a great career early on I didn’t make it to the Nationals in my first year and I never competed in the trials. Then I moved to the Laser and took part in my first Europeans, the 4.7 youth Europeans, which showed me that I was a better sailor than I thought and that there was this huge world waiting for me. But until the Radial Youth worlds 2017 in Medemblick I’ve never made it into Goldfleet in a regatta. That year also was the only year that I had qualified for the National team, the rest of the time I was „only“ a training group member tagging along.

But even though my early beginnings didn’t look as promising as those of some of my mates – I am still here. I am still sailing and loving the sport. Even though it may have been hard along the way I always kept going. And even if the way wasn’t always straightforward or if there was a wall right in front of me – I always found a sneaky path, a tunnel through or a ladder to climb. And this very unconventional path lead me to where I am now.

Ten years later I am spending my winters in Australia with my boyfriend who makes me so incredibly happy. We are not sailing in the same class anymore but we are making it work and by making it work you actually get something even greater than you would have ever imagined  to have.

I am doing whatever I want and what fulfills me and of course sometimes some other people might not be agreeing with what I do and how I do it. And of course it is not always easy and often I have to find ways to make it happen. But trust me you will be so much happier if you do what you actually like.

Also people recognize if you’re committed to the sport, if you are working hard and if you’re a good training partner. And they will recommend you when someone is looking for a crew. That’s what happened to me and I am sure it will happen to you if you’re a good fellow with great attitude and work ethic.

Looking back I am amazed how far those 10 year´s in this amazing sport brought me. Going from a shy Optimist kid that hasn’t seen the world to an independent woman travelling the whole world by herself and finding new friends and opportunities wherever I go.

Deutsche Version

Vor 10 Jahren nahm ich an meinem allerersten Segelwettkampf teil, dem Büsselbergpreis auf meinem Heimatrevier, dem Steinhuder Meer. Nach dem ersten Rennen war ich so aufgeregt, dass ich erstmal direkt hinter der Ziellinie kenterte. Die zweite Wettfahrt musste ich aufgeben, nachdem ich von allen überrundet wurde, weil mein Winkel an der Kreuz eher ein Halbwind- als ein Amwindkurs war. Die Regatta war sicherlich kein Riesenerfolg, aber sie war ein Anfang, dem viele weitere folgten.

Ein, zwei Jahre später gewann ich die Landesmeisterschaft und Niedersachsentrophy im Opti B und wechselte in die Opti A Kategorie. In Opti A bekommt man Punkte für die Deutsche Rangliste und mit genug Punkten qualifiziert man sich für die Deutsche Meisterschaft und für die EM/WM Ausscheidung. Aber im Gegensatz zu hunderten anderen talentierten Kids habe ich die Quali für die EM/WM-Ausscheidung nie geschafft und zur Deutschen Meisterschaft bin ich auch nur einmal gefahren.

Dann bin ich in den Laser umgestiegen und nahm an meiner ersten Europameisterschaft teil, der Laser 4.7 JEM in Norwegen, die mir zeigte, dass ich eine bessere Seglerin war als ich gedacht hatte und dass dort eine viel größere Welt auf mich wartete, als ich je erwartet hätte. Aber bis zur Laser Radial JWM in Medemblick 2017 schaffte ich es bei keiner Regatta ins Goldfleet. 2017 war auch das einzige Jahr, in dem ich mich für den Deutschlandkader qualifiziert hatte, den Rest der Zeit war ich „nur“ Trainingsgruppenmitglied.

Es ist egal, dass meine Jugend-Karriere nicht so super erfolgreich war, wie die einiger meiner Freunde. Ich bin immer noch hier. Ich habe letztens in einem Podcast gehört „Erfolg im Sport gibt dir die Möglichkeit weiter zu trainieren“. Und das stimmt auch zu einem gewissen Grad. Irgendwann braucht man Unterstützung von Sponsoren oder einem Verband. Aber das heißt nicht, dass man aufgeben sollte, wenn diese Unterstützung ausbleibt. Es gibt im Moment genug Segler, die das beweisen. Denn diejenigen, die es wirklich wollen und die den Sport lieben, die werden weitermachen, auch wenn eine Mauer den Weg verbaut oder es mal steinig ist. Unsere Wege sind vielleicht nicht immer alle schnurgerade auf das Ziel zugegangen, aber sie haben uns dahin geführt, wo wir heute sind.

Zehn Jahre später verbringe ich meine Winter in Australien mit meinem Freund, der mich so unglaublich glücklich macht. Und es ist eine riesige Fernbeziehung, aber wir kriegen es irgendwie hin. Und obwohl ich jetzt ein anderes Boot segle als er, haben wir eine Lösung gefunden, wie es trotzdem funktionieren kann.

Meine Einstellung ist, das zu machen, was ich will und mir ist bewusst, dass das ein bisschen klingt wie Pippi Langstrumpf. Und natürlich passt das nicht immer allen anderen. Und natürlich es ist es oft hart und anstrengend und nervenaufreibend eine kreative Lösung zu finden, aber wenn sich alle Puzzleteile am Ende zusammenfügen, war es den ganzen Schweiß definitiv wert.

Außerdem – Außergewöhnlich sein fällt auf. Und vielleicht beeindruckst du jemanden mit deiner Ausdauer und Belastbarkeit und deinem nicht zu brechenden Willen. Vielleicht sucht diese Person eine Crew für ein Projekt oder hat von jemandem gehört, der verantwortungsvolle Teampartner sucht. Und dann eröffnet dir deine Einstellung und Hartnäckigkeit vielleicht neue Türen.

Also, wenn du etwas hast, was dir riesigen Spaß macht, was vielleicht deine Leidenschaft ist – möglicherweise ist es ja Segeln wie bei mir – gib nicht auf, wenn es mal hart wird. Wenn ich auf diese 10 Jahre zurückblicke, bin ich einfach nur überwältigt, wie weit mich der Segelsport gebracht hat, weil ich immer dabei geblieben bin: Von einem schüchternem Mädchen, das kaum andere Länder gesehen hat zu einer organisierten, selbstständigen Frau, die die Welt bereist und überall neue Möglichkeiten findet.

Pictures of 2019

Länder/Countries I‘ve travelled

Australia

Belgium

Spain

France

Portugal

Greece

Poland

Singapore

Croatia

Malta

Boote, die ich gesegelt bin:/Boats I’ve sailed:

Laser 4.7

Laser Radial

VX One

Photo: Vx‘in in Brisbane

Family Boat

Photo: Sportjournal Hannover

52 ft Yacht

Photo: Eleonore Pairet

49er Fx

29er

Fazits/Learnings/Quotes:

A good team is everything!

Photo: Ash Brunning

Whatever you do, do it with your full heart.

Be where your feet are. Live in the moment.

It‘s obvious who took this photo 😁

I‘m not a kind of person. I can be anyone.

Not all who wander are lost. Some are just searching for good coffee (and chocolate).

The obstacle is the way/Embrace adversity.

Wenn du loslässt, hast du beide Hände frei!

Das Ende eines Jahres oder einer Saison ist immer ein guter Zeitpunkt zurückzublicken und die vergangene Zeit Revue passieren zu lassen. Bei mir war dieses Jahr so unglaublich viel los, es hat sich fast alles verändert.

Den Nacra17 hab ich wieder gegen meinen Laser getauscht. Vom Physikstudium bin ich zu einem Fernstudium in Lebensmitteltechnologie gewechselt und meine Wohnung in Kiel habe ich gekündigt, weil ich mehr Zeit in Australien oder irgendwo im Süden Europas verbrachte als dort oder in Deutschland überhaupt. Und erst letztens habe ich mich für eine weitere Veränderung entschieden: Ich werde nun doch 49er Fx segeln. Und diesmal lasse ich mich mit vollem Herzen und nicht bloß 3 Wochen auf das Boot ein.

Um sich mit vollem Herzen auf etwas einzulassen und nicht im wahrsten Sinne mit einem Bein in einem anderen Boot zu stehen, muss man jedoch das, was man hinter sich lässt, loslassen. Denn sonst verliert man wahrscheinlich irgendwann die Balance und sowieso kann keines der Boote wirklich losfahren, weil man sonst ins Wasser fällt.
Deswegen verkaufe ich meinen Laser und alles zugehörige Material und Ersatzmaterial. Das wäre dann Loslassen auf physischer Ebene.

Aber wie lässt man mental etwas los, mit dem man sechs Jahre seines Lebens verbracht hat?

Zunächst einmal akzeptiere deine eigene Entscheidung. Du hast sie ja schließlich selbst getroffen. Zermartere dir nicht den Kopf darüber, ob eine andere Entscheidung vielleicht doch besser gewesen wäre. Wenn du nicht selbst davon überzeugt bist, dass du das Richtige getan hast, wie soll irgendjemand anders es jemals sein?
Also steh zu dir selbst. Wir sind ja meistens selbst unsere größten Kritiker. Wenn dich deine innere Stimme nicht mehr verunsichert, kann es auch sonst niemand.

Komplett rückgängig machen kann man die Entscheidung sowieso eigentlich nie. Verschwende deine Energie also nicht darauf, potenzielle Auswege oder Umkehrmöglichkeiten zu finden. Das führt nur dazu, dass du nicht dein volles Potential ausschöpfen kannst. Dann wirst du nie erfahren, wie erfolgreich du mit dieser Entscheidung vielleicht gekommen wärst.

Ich habe mich entschieden. Ich werde diesen neuen Weg einschlagen und nicht mit Bedauern zurückschauen, sondern arbeite mit Vollgas daran, wie ich möglichst viel Zeit auf dem neuen Boot verbringen kann.

Natürlich werde ich mich immer an die geile Zeit, die ich im Laser verbracht habe, zurückerinnern und die Freunde, die ich gefunden habe, wahrscheinlich oft vermissen, weil ich sie nicht mehr so oft sehen werde. Aber zum Glück ist die Segelwelt ja klein und man läuft sich immer wieder über den Weg.

Be in it to win it!

The end of a year or a season is always a good time to look back and review what has happened in that time. For me this year, nearly everything has changed. I went from the Nacra 17 back to my Laser, quit studying physics and started studying part time/online Applied Food Science. We canceled my rented apartment in Kiel since I spent more time in Australia and Southern Europe than there or in Germany at all. And just lately I decided to make another change: I will now sail 49er Fx.

But this time (unlike last summer) I will not just give it a go for three weeks but will go for it with all my heart.
To be able to go for something with full commitment you first have to let go of what you leave behind. You just cannot juggle too many balls at once. At some point one will fall or worst case they will all fall together.
That’s why I‘m selling my Laser and all Equipment and spare Equipment to let go of all that.

But how can you mentally let go of something that you spent six years of your life with?
First of all accept your decision. After all it was you who made it. Don’t crush your head on whether another decision may have been better. How should anyone else be convinced about your decision if even you’re not?
That’s why you have to stand by yourself. We are usually our own biggest critics. So if that silly voice inside your head cannot unsettle you, no one else will.

Most of the time we cannot completely reverse our decisions anyway. So don’t waste your energy on trying to find ways around it or ways back. This will only diminish your potential for maximum success. Like that you will never know how far you could have gotten with that decision.

I made my decision. I will walk this new path and won’t look back with any regrets. Instead I am focusing on making this work and how I can spent as much time as possible on the new boat.

Of course I will always remember the great time I had in the Laser class and I will probably miss all my friends from the circuit and the amazing people I met since I won’t see them as often anymore. But luckily the sailing world is a small one and you will always see each other again.

One Big Grind

Die U21 WM in Split war schwierig. In den ersten 5 Tagen der Regatta schafften wir gerade mal 2 Rennen und das in grenzwertigen Leichtwindbedingungen. Abgesehen davon hatten wir jede Menge Startverschiebung bei Flaute. So wurde unser erstes Rennen erst am 4. Tag der Veranstaltung gesegelt…

Der Start war für früh morgens angesetzt, da das die einzige Zeit des Tages war, wo noch annähernd Wind vorhergesagt war. Während der Wind schon beim Startsignal wieder begann abzusterben, schafften wir tatsächlich ein Rennen, wobei fast alle Boote in einem riesigen Pulk gleichzeitig versuchten, die letzte Leetonne zu runden.

In dieser Situation konnte man viel gewinnen oder alles verlieren. Schon auf der Startkreuz hatte ich sehr viel Boden verloren und war eher hinten im Pulk. Ich tat das einzige was man in dieser Situation vernünftigerweise tun sollte und fuhr so lange Schlangenlinien vor der Tonne bis das Pulk etwas abgetrieben war und sich eine Lücke auftat, sodass ich eine saubere Rundung fahren konnte. Trotzdem war meine Platzierung in diesem Rennen letztendlich nicht besonders gut und nachdem der Wind dann komplett eingeschlafen war, schickte die Wettfahrtleitung uns wieder an Land, wo wir weiter vergeblich auf Wind warteten.

Es war erst das erste Rennen der Regatta, aber weil bereits der vierte Tag vorbei war, wo man normalerweise schon 8 Rennen geschafft hätte, fühlte es sich an als wäre die Regatta schon fast zu Ende. Dabei lagen noch so viele Rennen vor uns!

Nachdem ich mich eine Weile ziemlich verrückt gemacht hatte wegen dieses einen verhauenen Rennens, redete ich mit einem sehr guten Trainer, der mir die objektive Sicht auf die Situation gab, die ich brauchte, um mich zu beruhigen. Er sagte in unserem Gespräch außerdem, dass Lasersegeln eine ewig lange Schufterei ist. Und er hat so recht damit.

Am Wettkampftag entscheiden Nuancen in deiner Performance über das Ergebnis und deine mentale Verfassung ist entscheidend dafür, ob du deine Spitzenleistung im Eifer des Gefechts abrufen kannst oder nicht. Schon der kleinste Einbruch in Selbstbewusstsein oder Anflug von Nervosität kann das Kartenhaus zum Einsturz bringen.

Deswegen ist es so wichtig, hart zu trainieren, jeden Tag zumindest ein kleines bisschen besser zu werden und so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Gewöhn’ dich daran, in unbequemen Situation klarzukommen. Gib niemals auf, denn dann wirst du immer noch besser sein als derjenige, der auf halbem Wege aufgehört hat. Manchmal ist es wirklich hard. Vielleicht steht dein wichtigstes Event des Jahres vor der Tür und der Wetterbericht sieht schrecklich aus. Oder die Umstände sind nicht so wie du es dir gewünscht hättest.

Aber wir können das, was kommt nur als Herausforderung nehmen und mit dem arbeiten was wir haben. Machen wir das Beste draus und uns weniger Gedanken über die kleinen (und vielleicht doch nicht so wichtigen) Details.

Harte Arbeit, Wille und Glaube zahlen sich irgendwann aus. Manchmal überrascht einen das Leben und es hält definitiv immer den ein oder anderen neuen Weg für alle bereit, die an sich arbeiten und offen und aufgeschlossen sind!

English Version

The U21 worlds in Split were tough. Only two races in the first 5 days of the competition in marginal light wind conditions were sailed. The rest of the time the waiting game was on, due to no wind. So come the first race of the regatta for our fleet was only sailed on the 4th scheduled day…

We had an early morning race in an already dying breeze with a huge accumulation of the majority of the fleet at the last bottom mark that resulted in a big mess. You could gain a lot there or lose it all. I had already lost a lot of ground on the first upwind, so I could only gain but still finished pretty deep in that race. That was it for the day – the wind died fully and the race committee sent us back ashore.

It only was the first race of the regatta the 4th day was done and dusted and usually we already have 8 races in then. So it felt like the regatta was already halfway over but actually most of the racing was still yet to come!

After driving myself crazy about this one fucked up race I talked to a really good coach and he was giving me the objective opinion I needed to calm down and refocus. One thing I can remember very well from this conversation was him saying how “Laser sailing is one big grind”. And he’s so right with that. On race day nuances in your performance will decide about the outcome of your race and your peak performance will be defined by your mental state on that day. Being anxious or less confident than usually will definitely impact your performance and it might make you forget of what you learned in training.

That’s why you have to keep grinding. Train hard everyday, try to improve at least a little bit day by day and collect as much experience as possible. Become comfortable in the uncomfortable situations. Never give up because you will always be better than the person that quit along the way. Sometimes it’s hard. Like, there’s your most important event of the season and the forecast looks terrible or your setup isn’t what you’ve had hoped it to be like.

But you gotta take it as a challenge. Perform at your possibly best in that individual situation without overthinking all the little (and probably not so important) details. In the end hard work, willpower and believing will pay off. Life might surprise you and there will always be new ways opening up for those that are working on themselves and are open-minded!

Putting it all together

In training I showed that I can do it. Leebowing, tack and cross, estimating if I can cross and making good decisions on the race course in general. All of that I had wanted to train over the last month and I can tick all of them off my list. Now it’s time to perform with these skills under pressure but taking it easy at the same time as if there was no pressure. Under pressure humans become crazy. They become anxious and forget everything they had known a second before. What helps against that? Controlled breathing, meditation and so on… but most of all, fun! Actually taking things easy and joking around a little bit will take a lot of pressure off you and you don’t become as anxious.

So my goal for the races of the U21 world championship that kick off today will be to have as much fun as possible. I wanna enjoy the sailing itself, applying the stuff I learned in training to big fleet sailing and having a nice day on the water with my friends!

Deutsche Version

Im Training habe ich gezeigt, dass ich es kann. Unterwenden, wenden und vorlang gehen, einschätzen ob es passt und auch ansonsten gute Entscheidungen auf dem Kurs zu treffen. All das hatte ich mir vorgenommen zu üben und nun kann ich überall ein Häkchen setzen.

Jetzt gilt es das Ganze in der Regatta unter Druck auszuführen. Und dabei aber so zu performen als gäbe es gar keinen Druck. Unter Druck tun Menschen plötzlich die seltsamsten Dinge. Nervös zu werden und ein Blackout zu bekommen sind die häufigsten Symptome. Dagegen hilft kontrolliertes Atmen, Meditation usw…. und Spaß! Wenn man das Ganze einfach lockerer sieht, wird man auch nicht nervös.

Mein Ziel bei den Rennen der U21 WM, die heute beginnt, ist also so viel Spaß zu haben wie ich nur kann. Spaß am Segeln, Spaß all die Sachen im großen Feld auszuprobieren, die ich im Training geübt habe und Spaß daran einen tollen Tag auf dem Wasser mit meinen Freunden zu verbringen!

How hard is hard enough? And what’s too much?

Four intense weeks of training in Australia just came to an end. During the week I had five days of very productive Laser Training with a 2 ½ to 4hrs session a day, then on Saturdays I usually jumped on a VXone to get some racing in a fast boat in and sundays would be off. Around that I tried to keep up with my boyfriends fitness training load, meaning strength training on monday, wednesday and friday morning, an endurance session on tuesday, thursday and sunday morning and occasionally a half an hour hiking session on the bench in the afternoon. Since I didn’t have personal training coverage this season I put together a fitness plan by myself, inspired by the stuff my boyfriend was doing and tips from teammates and coaches from back home in Germany.

To some athletes this might not sound a lot and with a good thoughtful smart training plan I certainly have done an even more demanding training load in the past but without any outside feedback the only thing you can do is push as hard as you can and hope it is enough. Really? Well the first one or two weeks that was exactly what I was doing. But one day I woke up with headache. I felt sick when going on the water and my maximum demanding load before frustration shrank a lot so I found myself crying on the water for not really a reason, just being exhausted.

But this taught me a lot. I realized I really need to adjust my training program depending on how hard the training on the water had been. Plus this year I was trying to reduce my weight since I’ve always had been 1-2 kg over the optimal weight for the Radial. So I had restricted myself to only eat from 8.30am to 8.30pm and reduced my carbohydrate intake including not eating any carbs for dinner at all. With the daily strength and conditioning training in the morning BEFORE breakfast I really put my body in a state of energy deficiency – no wonder I got headaches and felt sick!

So I started eating some carbs and proteins before each training session, ate a little bit more what I wanted and what my appetite was telling me and skipped a heavy strength session here and there and substituted it with a yoga class. I’m not on optimal weight anymore but I felt much better on the water and had a very efficient energy availability. My performance on the water improved a lot and I didn’t get frustrated at all. I was able to objectively reflect on what I was doing well and what not and I improved my strengths aswell as my weaknesses. 

Now I’m back in Europe. After a short stop at home I will head to Split to go straight into the preparations for the U21 world championship. I had an amazing time in Australia meeting so many warm-hearted people who welcomed me again in their country and I’m really looking forward to coming back in winter!

Riverfire in Brisbane

Deutsche Version:

Vier intensive Wochen Training in Australien liegen hinter mir. Unter der Woche verbrachte ich 5 Tage mit 2 ½ bis 4 Stunden Wassertraining, samstags durfte ich auf einer VXone aushelfen und sammelte ein bisschen Regattaerfahrung in schnellen Booten (an einem Tag knackten wir 23kts Bootsspeed) und Sonntag war für gewöhnlich frei. Als Unterstützung dazu versuchte ich mit dem Athletik-Trainingsumfang meines Freundes mitzuhalten (der Laser Standard segelt), was bedeutete Montag-, Mittwoch- und Freitagmorgen Krafttraining, Dienstag-, Donnerstag- und Sonntagmorgen eine Ausdauereinheit und ab und zu eine halbe Stunde auf der Hängebank am Abend. Da ich dieses Jahr nicht wirklich einen Fitnesstrainer hatte, stellte ich mein Fitnessprogramm mit Tipps von meinem Freund und von Freunden und Trainern zu Hause in Deutschland zusammen.

Manch einem Athleten mag das Pensum nicht viel erscheinen und mit einem schlauen, etwas mehr durchdachten und angepassten Trainingsplan von jemandem, der dieses Fachgebiet wirklich studiert hat, habe ich auch schon deutlich härtere Trainingsprogramme durchziehen können, aber ohne jegliches Feedback von außen kannst du dich nur so hart es geht anstrengen und hoffen, dass das genug ist. Oder? Ich tat genau das für die ersten zwei Wochen in Australien und wachte eines Tages mit Kopfschmerzen auf. Mir war auf dem Wasser schlecht und meine Frustrationsschwelle im Training sank gewaltig, sodass ein 1 1/2stündiges Kreuzen nicht selten, ohne einen anderen Grund als der Erschöpfung, gelegentlich von Tränen begleitet wurde.

Doch das Ganze hat mich einiges gelehrt. Mir war klar, dass ich mein Trainingsprogramm ernsthaft anpassen musste, wenn die Segeleinheit am Tag vorher ungewöhnlich hart gewesen war oder ich mich nicht 100% topfit fühlte. Was noch dazu kam war, dass ich diese Saison wiederholt versucht habe, mein Gewicht zu reduzieren, da ich, wenn ich nicht speziell darauf achte, 1-2kg über dem Optimalgewicht für den Laser Radial bin. Also hatte ich mir vorgenommen, nur von 8.30-20.30 Uhr zu essen und meine Kalorien und Kohlenhydrate zu reduzieren, bzw. überhaupt keine Kohlenhydrate am Abend zu essen. Durch das tägliche Athletiktraining morgens VOR dem Frühstück entwickelte ich ein Energiedefizit – kein Wunder, dass mir schlecht war.

Also fing ich an, ein paar Kohlenhydrate und Proteine vor jeder Trainingseinheit zu essen, mehr auf mein Hunger- bzw. Apetitgefühl zu hören und meinem Körper das zu geben, was er wollte bzw. brauchte und ließ hier und da eine harte Krafttrainingseinheit aus und ersetzte sie mit etwas Yoga. Ich habe nun kein optimales Gewicht, aber ich fühlte mich auf dem Wasser gut und hatte genug Energie. Meine Leistung auf dem Wasser verbesserte sich signifikant und ich hatte wieder eine deutlich höhere Frustrationsschwelle. Ich war wieder in der Lage objektiv zu reflektieren, was auf dem Wasser geschah und meine seglerische Leistung auszuwerten.

Jetzt bin ich zurück in Europa, um meine Familie zu sehen und etwas Zeit zu Hause zu verbringen, bevor es dann auch schon zur U21 WM nach Split geht. Ich hatte eine unglaublich tolle Zeit in Australien und habe viele sehr herzliche Menschen kennengelernt, die mich wieder mit offenen Armen in ihrem Land willkommen geheißen haben. Ich kann es jetzt schon wieder kaum erwarten, im Winter wieder hinzufliegen.

You cannot bet on another horse halfway into the game

The U21 European Championship 2019 concluded Tuesday. My biggest accomplishment this week was probably organizing the Sailors’ Afterparty last night – no I‘m kidding – but other than only one 7th place that I have on the scoreboard there was no other results that somehow matched with the expectations that I had for this event. I had better starts and more of them than in any other regatta this year, good speed – especially downwind – and always an idea of where to go.

But somehow in most races I ended up somewhere in the big crowd on the first upwind and stuffed it up just before the top mark which left me chasing the pack for the rest of the race. Despite these quite frustrating upwinds I always had loads of fun surfing down the waves on the downwind and the reach. Especially I enjoyed being in clear air and having lots of space for executing my downwind technique in race 8 when I was battling it out with the top ten.

However, probably my biggest learning this week was that I really should practice trusting my intuition. Too many times I finished way too far behind the sailors that did exactly what was my plan for the race. Too many times I tacked out too early even though where I had been was a good position to go on. And too many times I became hectic about what other sailors on the other side of the course where doing or inpatient about no action.

I’m super disappointed with this regatta but that’s no excuse for sticking my head in the sand. So with a few days distance next week I will go into evaluation and work out a plan for my upcoming training period in Australia!

Deutsche Version

„Du kannst nicht auf ein anderes Pferd setzen, wenn das Rennen bereits in vollem Gange ist“

Die U21 Europameisterschaft 2019 ging am Dienstag zu Ende. Meine größte Leistung in dieser Woche war vermutlich das Organisieren der Seglerparty am Ende – nein, aber im Ernst – abgesehen von einem 7. Platz hatte ich keine Ergebnisse in der Wertung, welche irgendwie meinen Erwartungen für diese Regatta entsprachen. Ich hatte bessere Starts und mehr von ihnen als bei irgendeiner anderen Regatta in diesem Jahr, gute Geschwindigkeit – besonders auf Vorwind – und immer eine Idee, welche Seite der Kreuz bevorteilt sein würde.

Aber irgendwie schaffte ich es in den meisten Rennen in einem großen Pulk zu landen und kurz vor der Luvtonne nochmal einen Haufen an Plätzen zu verlieren, sodass ich den Rest des Rennens mit Aufholen beschäftigt war.

Obwohl das echt unglaublich frustrierend war, hatte ich riesigen Spaß auf Vorwind und Halbwind die Wellen zu surfen. Besonders im 8. Rennen, in dem ich die ganze Zeit über in den Top 10 segelte, war es unglaublich schön viel Platz zu haben, um ungehindert meine Vorwindtechnik zu fahren.

Wie auch immer, meine wichtigste Erkenntnis der Veranstaltung, ist dass ich unbedingt mein Vertrauen in meine Intuition trainieren muss. Viel zu oft fuhr ich weit hinter den Führenden durchs Ziel, welche aber genau dort lang gefahren waren, wo es mein Plan vorgesehen hatte. Viel zu oft wendete ich zu früh aus einer Situation raus, die eigentlich gut gewesen wäre. Und viel zu oft wurde ich hektisch durch das, was auf der anderen Seite der Kreuz passierte oder ungeduldig, weil um mich herum nichts passierte.

Ich bin riesig enttäuscht von dieser Regatta, aber das ist kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Vielmehr werde ich mit ein paar Tagen Abstand nächste Woche in die detaillierte Auswertung gehen und meine Trainingsschwerpunkte für die nächste Trainingsperiode in Australien festlegen.