Unser Juli Trainingslager in Halifax Teil 2

Schließlich fanden wir eine Seglerin, die einen alten Mast in einem Schuppen in Cape Breton herumliegen hatte, das war 4 ½ Stunden mit dem Auto entfernt. Wir beschlossen, dass es es wert war, 9 Stunden im Auto zu sitzen, wenn wir dadurch wenigstens ein paar Tage segeln konnten.

Die ganze Aktion war ein bisschen gepokert, denn wir waren uns nicht zu 100 % sicher, ob der Mast überhaupt alle Teile haben würde, die wir brauchten, um aufs Wasser zu kommen. Aber wir versuchten, so viel wie möglich herauszufinden, und machten dann unseren „kleinen“ Tagesausflug nach Sydney in New Brunswick. Die Fahrt war landschaftlich sehr reizvoll, so dass wir sogar etwas vom Land zu sehen bekamen.

Am nächsten Tag wollten wir die Arbeiten am Boot abschließen, den Mast stellen, das Boot taufen und am späten Nachmittag segeln gehen, aber wie immer dauerte alles länger als erwartet. Also noch kein Segeln. Es war trotzdem ein aufregender Nachmittag, da Kate nach Hubbards kam, um unser Boot für uns zu taufen, und es war schön zu sehen, dass endlich alles zusammenkam und ein Mast auf dem Boot stand!

Die Taufe war ein nettes kleines Happening. Das Organisationsteam der WM war auch da, und Kate hatte eine Flasche Champagner UND unsere neue Teamkleidung mitgebracht!!! Wie gefällt sie euch?

Am nächsten Morgen wollten wir endlich segeln gehen! Wir brachten unser Frühstück mit zum Bootspark und hatten ein nettes kleines Picknick, dann machten wir das Boot segelfertig, bauten hier und da noch ein paar letzte Dinge an, zogen uns um und stachen dann zum ersten Mal mit unserem neuen Boot „Alex“ in See!

Wir hatten eine leichte Seebrise, die über Mittag stärker wurde, schönen blauen Himmel und Sonnenschein – es war einfach perfekt. Plötzlich tauchte ein großer graubrauner Körper mit Rüclenfosse direkt vor unserem Bug auf! Viel größer als ein durchschnittlicher Delfin! Ein Wal vielleicht???

Das neue Boot fühlte sich so anders an als unser älteres Boot „Rosie“ in Europa. Neue Rümpfe sind steifer als alte und daher im Allgemeinen schneller und verhalten sich stabiler. Man hat einfach viel mehr Zeit, kleine Steuer- oder Trimmfehler zu korrigieren, ohne gleich nach Luv umzufallen. Wir waren super zufrieden mit unserem neuen Teammitglied! Wie zu erwarten war, gab es nach der Session noch eine kleine Liste mit weiteren Jobs zu erledigen, und so verbrachten wir den Nachmittag wieder mit Bootsarbeit.

Donnerstag war unser vorletzter Tag, und nach einer Fitnessstudio-Session dachten wir, dass wir uns nach all der harten Arbeit einen kleinen Ausflug gönnen sollten. Wir besuchten dieses süße kleine Café in Mahone Bay, genannt „The Barn“. Es war eine Empfehlung von Kate und bot köstlichen Kaffee und Gebäck.

Aus dem Cafébesuch wurde ein Planungstreffen. Da Lucy und Erika uns gesagt hatten, dass wir auf dem Rückweg am Frankfurter Flughafen nach unseren fehlenden Segeln und Masten suchen sollten, mussten wir organisieren, wie wir sie irgendwo sicher unterbringen konnten, falls wir sie fanden. Als letzten Ausweg kontaktierte ich einige Luftfrachtunternehmen, um ein Angebot für den Transport unserer Ausrüstung nach Halifax einzuholen. So verzweifelt waren wir zu diesem Zeitpunkt… Danach gingen wir noch einmal zum Segeln.

Unser letzter Tag war ein klassischer Packtag – es war neblig und regnete… wir packten unser Zuhause, das wir für die Woche gebucht hatten – übrigens ein Wohnwagen – zusammen und fuhren dann zum Bootspark. Da es immer noch regnete, warteten wir noch ein bisschen. Nachdem wir von einem anderen Seglerteam, das ebenfalls seine Ausrüstung verloren hatte, gehört hatten, wie sie dem CEO der Fluggesellschaft eine E-Mail schickten, um den das Auffinden zu beschleunigen, verfassten wir auch eine E-Mail an den CEO „unserer“ Fluggesellschaft. Als sich jedoch abzeichnete, dass der Regen nicht so bald nachlassen würde, zogen wir uns um und rüsteten das Boot für eine letzte Segelsession in Kanada.

3 Wochen später…

Ich war in Palma de Mallorca und segelte mit Niramo bei der Copa del Rey (mehr dazu in meinem nächsten Artikel), als ich plötzlich die lang erwartete Nachricht auf meinem Telefon sah: „Euer Mast ist in Boston angekommen!“. Und am nächsten Morgen wurde mir mitgeteilt, dass auch unsere Segel angekommen waren! Endlich kam alles zusammen – im wahrsten Sinne des Wortes – gerade rechtzeitig für unsere finale Reise nach Halifax zu den Weltmeisterschaften.

English Version

July Halifax Camp Part 2

Finally, we found a sailor who had an old mast laying around in a shed up in Cape Breton, 4 ½ hours away by car. We decided it was worth sitting 9hrs in the car if it meant we could go sailing for few days at least.

It was a bit of a gamble because we were not 100% sure if the mast would even have all the bits and pieces that we would need to get on the water. But we tried to find out as much as possible and then did our little day trip up to Sydney in New Brunswick. It was actually quite a scenic drive, so we even got to see some of the country. 

The next day we wanted to finish the boatwork, rig the mast, christen the boat, and go for a late afternoon sailing session, but as always, everything took longer than expected. So no sailing yet. It was still an exciting afternoon since Kate came out to Hubbards to christen our boat for us and it was good to finally see it all coming together and having a mast on the hull!

The christening was a nice little happening. The organizing team of the Worlds was there too, and Kate had brought this cute bottle of champagne AND our new team clothing!!! How do you like it?

The next morning, we finally would go sailing! We took our breakfast to the boatpark and had a nice little picknick, then rigged the boat, fixed a couple of last things here and there, got changed and then hit the waters of St. Margarets Bay for the first time and with our new boat “Alex”!

We had a gentle sea breeze that got stronger over midday, beautiful blue skies, and sunshine – it was just perfect. Suddenly a big greyish/brownish large body with a fin showed up right in front of our bow! Much larger that the average dolphin! A whale maybe???

The new boat felt so different than our older boat “Rosie” in Europe. New hulls are stiffer than old ones and are therefore generally faster and behave more stable. You simply have way more time to correct little steering or trimming mistakes without falling to windward immediately. We were super happy with our newest team member! As expected, there was a little job list of more boatwork to be done after the session, so we spent the afternoon with doing boatwork again.

Thursday was our second last day, and after a gym session we thought that after all the hard work we should treat ourselves to a little tourist trip. We visited this cute little café in Mahone Bay, called “The Barn”. It was a recommendation from Kate and had delicious coffee and treats. 

The café visit turned into a business meeting. Since Lucy and Erika had told us to check the Frankfurt Airport for our missing sails and masts on our way back home, we had to organize how to get them somewhere save in case we found them. As a last resort I was contacting some airfreight companies to get an offer for getting our gear sent to Halifax. That’s how desperate we were at this point… After that we went for another sailing session. 

Our last day was a classic pack up day – it was foggy and rained… we packed up our home that we had for the week, which was by the way a caravan, and then headed to the boatpark. Since it was still raining, we waited a bit more. After we had heard from another sailing team who had also lost their gear, how they emailed the CEO of the airline to speed up the recovery process, we put together an email to “our” airline’s CEO too. But when it was eminent that the rain wasn’t going to ease off soon, we just got changed and then rigged the boat for a last sailing session in Canada. 

3 weeks later…

I was in Palma de Mallorca, sailing with Niramo at Copa del Rey (more about that in my next article) when suddenly I saw the long-awaited message on my phone: “Your mast has arrived in Boston!”. And the next morning I was told that our sails arrived too! Finally, it was all coming together – literally – just in time for our final trip to Halifax for the Worlds. 

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