Unser Juli Trainingslager in Halifax Teil 1

Wo soll ich anfangen… am Montag, den 11. Juli, fuhren Nadi und ich mit Lucy, der Skipperin des amerikanischen FX-Teams, mit dem wir trainieren, zum Flughafen in Hamburg. Als wir dort ankamen, fuhr Nadi mit unserer gesamten Ausrüstung weiter nach München.

Na ja, nicht unsere ganze Ausrüstung. Ich blieb mit Lucy und den Masten und Segeln unserer beiden Teams am Flughafen. Das war die Regattaausrüstung, die wir bei den letzten Regatten in Europa benutzt hatten, und wir hatten vor, sie in Halifax für unser nächstes Trainingslager zu benutzen. Wir verbrachten zwei Stunden am Flughafen, um diese vier Stücke Sperrgepäck für Lucy einzuchecken.

Da war noch alles gut…

Dann fuhr ich mit dem Zug zurück nach Kiel und Lucy flog in die USA. Lucy hat es sicher über den Atlantik geschafft, unsere Ausrüstung jedoch nicht. Zunächst war Lucy sehr entspannt. Ihr Flug musste wegen schlechten Wetters umgeleitet werden und da kann es schon mal vorkommen, dass das Gepäck nicht pünktlich am Zielort ankommt.

Eine Woche später hatten Lucy und Erika jedoch alles versucht, um herauszufinden, wo das Gepäck geblieben war. Sie hatten buchstäblich alles getan, was man normalerweise tut, um sein verlorenes Gepäck zu reklamieren, einschließlich stundenlangem Warten in der Telefon-Warteschleife der Fluggesellschaft, und zwar täglich. Trotz der Unsicherheit, ob das geplante Trainingslager überhaupt würde stattfinden können, nahmen Nadi und ich unsere Flüge nach Halifax. Immerhin waren noch nicht alle Hoffnungen verloren, und wir hatten immer noch ein nagelneues Boot, das wir fertig machen mussten. Lucy und Erika beschlossen, noch ein paar Tage auf das Gepäck in den USA zu warten, bevor sie nach Montreal aufbrechen würden, um unsere neuen Boote abzuholen. Das bedeutete allerdings, dass wir in Halifax ankamen und noch kein Auto hatten.

Kein Problem, dachte ich. In Kiel habe ich normalerweise auch kein Auto. Nun, Kanada ist nicht Kiel. Es stellte sich heraus, dass es nur wenige öffentliche Verkehrsmittel gab, und überhaupt gar keine nach Hubbards, dem kleinen Ort außerhalb von Halifax, wo die Regatta stattfinden würde und wo wir unsere Unterkunft gebucht hatten. Die Gegend war so abgelegen, dass wir mit einem Uber oder Taxi dorthin gelangen konnten, aber sobald wir dort waren, konnten wir keine weitere Fahrt bestellen, um zu einem Supermarkt oder einem Fitnessstudio zu gelangen, und zu Fuß zum Supermarkt zu gehen war ein 30-80minütiger Weg…

Die Instagram Story, die uns rettete

Lustigerweise hat uns Instagram geholfen, dieses Problem zu lösen. Als ich in Halifax landete, postete ich eine Story und aus heiterem Himmel antwortete einer der lokalen 29er-Segler darauf. Manchmal muss man einfach Glück haben – und über seinen Schatten springen und um Hilfe bitten. Also fragte ich diesen Segler, den ich noch nie zuvor getroffen hatte, ob er uns helfen könnte.

Es stellte sich heraus, dass er gar nicht in der Stadt war, aber er zögerte nicht, mir den Kontakt zu seiner Mutter, Kate, zu geben, die uns dann vom Flughafenhotel abholte, uns für die nächsten zwei Tage ein Zuhause gab und uns zum Fitnessstudio und Supermarkt fuhr!

Wir hätten nicht glücklicher sein können, sie zu treffen. Sie war die freundlichste und zuvorkommendste Person, die ich je getroffen habe, und gab uns wirklich das Gefühl, zu Hause zu sein. Es war wie ein Aufenthalt bei einer Gastfamilie während eines Schüleraustauschs. Was für eine schöne Art, unsere Zeit in Kanada zu beginnen!

„Zuhause“ bei unserer Gastfamilie 😉

Als Lucy und Erika ankamen, packten wir unsere neuen Boote aus. Das war wie Ostern und Weihnachten zusammen! Am nächsten Morgen nahmen Lucy und Erika den ersten Flug zurück nach Hause. Zu diesem Zeitpunkt mussten wir unser Camp, das wir gemeinsam geplant hatten, endgültig absagen. Es gab leider keine Möglichkeit mehr, dass unsere Ausrüstung rechtzeitig ankam…

Geschenke, ähhh Boote auspacken!

Nachdem wir sie am Flughafen abgesetzt hatten, begannen Nadi und ich mit der Arbeit an unserem neuen Boot. Die nächsten Tage waren gefüllt mit Bootsarbeit, Fitnessstudio, Essen und Schlafen. Außerdem versuchten wir, ein kanadisches FX-Team zu finden, das uns einen Mast leihen oder chartern könnte…

Die Footstraps anzubringen hat einen ganzen Tag gedauert…

English Version

July Halifax Camp Part 1

Where do I start… on Monday 11th of July Nadi and I drove Lucy, the skipper of the American FX team that we train with, to the Airport in Hamburg. Once we were there, Nadi continued her drive with all our equipment to Munich. Well, not all our equipment. I stayed at the airport with Lucy and both our teams‘ new style mast and sails. This was the race gear that we used for the latest regattas in Europe, and we were planning on using it in Halifax for our first camp. We spent two hours at the airport to check in these 4 largely oversized luggage items for Lucy. Then I took a train back to Kiel and Lucy flew to the US. Lucy made it safely over the Atlantic, our gear however, not. First, Lucy was very calm. Her flight had to be redirected due to bad weather and it happens that the luggage doesn’t arrive at your destination on time then. 

A week later though, Lucy and Erika had tried everything to find out where the luggage had gone. They had literally everything you usually do to claim your lost luggage, including hanging in the airline’s customer service for hours and hours on a daily basis. Despite the insecurities in our plans, Nadi and I took our flights to Halifax anyway. Afterall, not all hopes were lost yet, and we still had a brand-new boat to get ready. Lucy and Erika decided to wait a couple more days on the luggage in the US before heading up to Montreal to pick up our new boats. That meant though, that we arrived in Halifax and didn’t have a car yet. No problem, I thought. In Kiel I usually don’t have a car either. Well, Canada isn’t Kiel. It turned out that there was little public transportation, and in fact none to Hubbards, the little town outside of Halifax where we would have our boatpark and where we had booked our accomondation. The area was so remote that an uber or Taxi would get us there but once we’d be there, we wouldn’t be able to order another ride to get to a supermarket or gym and walking there was like a 30-80mins commute…

Funnily, Instagram helped us to solve this riddle. When I landed in Halifax, I posted a quick story and out of the blue, one of the local 29er sailors replied to it. Sometimes you just have to jump over your shadow and ask for help. So, I asked this sailor who I had never met before if he would be able to help us. Turns out he was not even in town, but he didn’t hesitate to give me his moms contact, Kate, who then picked us up at the airport hotel, gave us a home for the next two days and a ride to the local gym and supermarket! We literally could not have been luckier to meet her. She was the friendliest and most accommodating person I have ever met and truly made us feel at home. It was like staying at a host family during a student exchange. What a nice way to start our time in Canada!

When Lucy and Erika arrived, we unpacked our new boats. That was like Easter and Christmas together! The next morning Lucy and Erika took the first flight back home. At this point we had to cancel our camp that we had planned together. Sadly, there was no way that our gear would show up in time anymore… 

After dropping them off at the airport, Nadi and I started working on our new boat. The next few days were filled with boatwork, going to the gym, eating, and sleeping. Next to that we tried to find a Canadian FX team that could borrow or charter a mast to us.

To be continued…

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