Aus dem Tagebuch einer jungen Navigatorin

English Version below

Bevor es GPS gab, bestand die Aufgabe des Navigators darin, mit Navigationsbesteck, Karten und den Sternen den Weg zum Ziel zu finden. Heute sieht das ganz anders aus. Mit allen möglichen verschiedenen Sensoren und Instrumenten an Bord kann die Zeit, die ein Boot von A nach B braucht, genauestens berechnet werden, und zwar auf den Meter und die Sekunde genau – wenn derjenige, der für sie verantwortlich ist, sie auch perfekt beherrscht. Das ist der heutige Aufgabenbereich des Navigators. Doch wie für Segeln generell, gilt auch für die Rolle des Navigators, das Kontrollierbare zu kontrollieren und zu akzeptieren, wenn etwas einfach außerhalb des in dem Moment Machbaren liegt.

7 Tage bis zum Start der Copa del Rey

Um ehrlich zu sein, fühle ich mich nicht gut vorbereitet. Als mir im März die Position des Navigators auf der Niramo anvertraut wurde, waren es noch vier Monate bis zur ersten Regatta mit der Clubswan 50 – viel Zeit, um alle möglichen Bücher über Navigationssoftware zu lesen, und mich mit erfahrenen Navigatoren auszutauschen. Dann fing die Segelsaison wieder an, ich war segeln, segeln und nochmals segeln und versuchte nebenher noch die Uni im Blick zu behalten. Die Wochen verstrichen und irgendwie kam ich, was mein Wissen über Navigation für Inshore Rennen anging, nicht so richtig voran. Letztendlich lernte ich das meiste in der letzten Woche vor meiner Ankunft in Palma – nicht gut für mein Stresslevel!

5 Tage bis zum Start der Copa del Rey

Ich komme in Palma de Mallorca an, checke im Hotel ein – das erste Mal, dass ich für ein Segelevent in einem Hotel untergebracht bin – und gehe zum Hafen, um meine Crew für die nächsten 10 Tage und meinen neuen Aufgabenbereich kennenzulernen. Jeder scheint zu wissen, was zu tun ist, nur ich bin erstmal damit beschäftigt, den Bordcomputer zu suchen und ihn mit dem Ipad zu verbinden. Dann taucht endlich Marcel auf. Marcel hat vorher auf der Niramo navigiert und segelt jetzt auf der KER 46 Lisa R. Zu meinem Glück hat er sich frei genommen, um mich ein paar Tage in meine neuen Aufgaben einzuweisen und ein bisschen mein Mentor zu sein. Mit viel Geduld zeigt er mir, wie ich alles verbinde und den Speed-Sensor korrekt einsetze. Außerdem schauen wir uns gemeinsam die Plattform an, auf der ich die diversen Sensoren der Yacht kalibrieren kann, sowie ein paar Dinge in Expedition, der Navigationssoftware, mit der ich die nächsten Tage arbeiten werde. Einiges kenne ich natürlich schon, trotzdem sauge ich alles auf, sodass ich nach 2-3 Stunden völlig platt von all den neuen Infos bin und froh, dass ich nur dem Rest der Crew zum Restaurant hinterherstiefeln muss.

Training Tag 1

Da Marcel den Tag über Homeoffice macht, bin ich an meinem ersten Tag etwas auf mich allein gestellt. Freudig stelle ich aber bei meiner Ankunft im Hafen fest, dass Marcel mir allerlei kleine Checklisten für den Tag geschickt hat – ich fühle mich gleich viel selbstbewusster und entspannter! Auf dem Wasser schauen wir uns zwei unterschiedliche Vorsegel an und gleichen dann mit einer anderen Clubswan 50 an. Für mich ist das super, weil ich ganz entspannt die ganze Technik in Aktion erleben und mir alles in Ruhe anschauen kann. Von den Navi-Jobs mal abgesehen, muss ich auch erstmal meinen Platz an Bord finden – in den Halsen helfe ich die Luvschot des Gennakers rumzuziehen und sonst muss auch ich wie alle anderen auch auf der Kante „hiken“ und in jeder Wende die Seite wechseln. Und das am besten ohne den anderen in den Weg zu laufen oder auf irgendwelchen Schoten auszurutschen…

Ich bekomme auch direkt Feedback von der Crew bezüglich der Kalibrierung und lerne eine wichtige Lektion! Nur weil an einem Tag mal die „Numbers“ nicht passen, ist das noch lange kein Grund direkt in die Software zu gehen und an der über Jahre verfeinerten Kalibrierung groß etwas zu ändern! Am Abend schauen Marcel und ich uns ganz in Ruhe die Daten über sogenannte Stripchart-Diagramme in Expedition an und ziehen ein paar Tendenzen daraus, die wir zunächst in Excel in eine Kopie der aktuellen Kalibrierungstabelle einfügen.

Training Tag 2

Marcel und ich pflegen morgens die neuen Tendenzen in die echte Kalibrierungstabelle ein. Jetzt sollte die Crew mit den Zahlen wieder zufrieden sein. Falls unsere Änderungen kompletter Mist sein sollten, speichern wir ein Backup mit den alten Einstellungen, sodass ich im Zweifel auf dem Wasser schnell wieder auf die alte Kalibrierung wechseln kann.

Meine Coaching-Aufgabe für heute: Live anhand der Stripcharts schauen, ob die True Wind Direction (TWD) richtig kalibriert ist. Dafür schaue ich mir die TWD von Bug zu Bug an. Das Schiff muss dann aber im Race-Modus Amwind segeln und mehrere saubere Wenden fahren, da die Daten der Instrumente während Manövern immer sehr durcheinander und verfälscht sind. Während des Angleichens klappt das meist ganz gut – bis wir unsere Spielpartner überrollen und abfallen müssen, um für den nächsten Speedtest wieder gleiche Ausgangssituationen zu schaffen. Abfallen und Anluven sind nämlich genauso wie Manöver zu werten – mit den Daten kann man dann nichts anfangen.

Zum Schluss segeln wir noch ein Trainingsrennen. Für mich das erste Rennen und der erste Start als Navigator. In Expedition kann man sich für die Startsequenz ein extra Display konfigurieren, das eingeblendet wird, wenn der Timer aktiviert wird. Dann werden alle möglichen Zahlen und Zeiten angezeigt und wenn man das das erste Mal sieht, muss man erstmal klarkommen. Ich muss nicht erwähnen, dass meine Performance – das Kommunizieren der richtigen Zahlen und Zeiten zum richtigen Zeitpunkt – noch etwas chaotisch war, oder?

Training Tag 3

Es ist Wochenende! Also kommt Marcel heute mit aufs Wasser! Und wir haben ab heute Marc als Taktiker mit an Bord. In unseren ersten Trainingsstarts geht es immernoch etwas chaotisch zu. Zwar hat Marcel mit mir am Morgen die Startprozedur geübt und wir haben nochmal geklärt welche Zahlen zu welcher Zeit wichtig sind, aber da jeder Taktiker anders ist, war es keine Überraschung, dass Marc teilweise andere Informationen haben wollte, als die Taktiker, mit denen Marcel in der Vergangenheit gearbeitet hat. Definitiv war es ein anstrengender Tag für mich, wieder mit viel Input und Feedback und dementsprechend war ich abends ganz schön geschafft. Aber die Stunden auf dem Wasser mit Marc waren unglaublich wertvoll, um mit ihm in einen Kommunikationsfluss zu kommen.

Practise Race Day

Zum Frühstück gibt es den tagesaktuellen Wetterbericht. Auch das ist mein Aufgabengebiet. Ich notiere mir das Wichtigste auf meinen „Wetnotes“, um später der Crew ein Wetter-Briefing zu geben. Darüber hinaus  lese ich mir am Dock die Segelanweisungen durch und mache mir ebenfalls Notizen. Zwar ist es brütend heiß und im Hotel wäre das sicherlich angenehmer gewesen, aber als Navigator, versuche ich immer eine der ersten am Boot zu sein, um zu kontrollieren, ob alles wie gewünscht funktioniert. Falls dem nicht so ist, habe ich dann nämlich noch etwas Zeit, das Problem zu lösen.

Um 11 Uhr laufen wir aus für das Practise Race um 13 Uhr. Erstmal lässt der Wind auf sich warten. Während der Rest der Crew sich entspannt, um für das Rennen fit zu sein, beobachte ich zusammen mit dem Taktiker den Wind, um den nächsten Race Start möglichst früh antizipieren zu können. Das Practise Race beenden wir als Vierte. Für mein erstes Rennen als Navigator gar nicht so schlecht – aber ich habe ja auch eine großartige Crew!

Race Day 1

Den Tag beginne ich routinemäßig mit einer Runde Yoga, dann lese ich beim Frühstück den Wetterbericht und mache mir wieder Notizen. Außerdem schaue ich mir die Bodenwetterkarte vom Deutschen Wetterdienst an, um einen groben Überblick über die aktuelle Wetterlage zu bekommen. Da wir in der Bucht vor Palma definitiv mit Seabreeze segeln werden, schaue ich mir außerdem an, wie die Richtung und Stärke des Gradienten die Seabreeze beeinflussen werden.

Dann geht es raus, wir segeln uns ein paar Schläge ein, ich schaue mir die Strip Charts an, dann geht es zurück zum Startschiff, alle stärken sich noch einmal. Dann „pingen“ wir das Startschiff. Pingen bedeutet, dass wir ganz dicht an einer Bahnmarke vorbeifahren und ich im richtigen Moment auf meiner Karte im Computer eine Markierung setze. Sobald die Wettfahrtleitung auch das linke Ende (Pin-End) der Startlinie ausgelegt hat, pingen wir auch das.

Jetzt kann ich die Startlinie digital auf meinem Computer sehen und er rechnet mir aus, welche Seite bevorteilt ist, wie lange wir noch zu den Enden und zur Linie brauchen und vieles mehr. Beim 5-Minuten-Signal starte ich den Timer. Jetzt wird mir zusätzlich noch die Zeit angezeigt, die wir bis zum Startsignal noch totschlagen müssen. Alle sind 100% fokussiert, ich gebe alle 15 Sekunden verschiedene Zeiten raus, bemerke kaum wie dicht wir den anderen Clubswan 50 kommen. Dann ist auch schon der Start und ich springe auf die hohe Kante und los geht’s!

Wir segeln zwei solide Platzierungen und sind am Ende des Tages auf Platz 5, punktgleich mit Platz 3 und 4.

Race Day 2

Der Computer will heute nicht so ganz wie ich will. Kurz vorm Pingen stockt Expedition, ich kann keine Tasten mehr bedienen. Endlich, gerade als unser Vorschiffsmann sich schon bereit macht, mir anzuzeigen, wann unser Bug an der Linie ist, funktioniert es wieder. Was ein Glück! Leider hat die Wettfahrtleitung aber genau in dem Moment, als Expedition gestreikt hat, den Kurs und die Distanz zur Luvbahnmarke über Funk durchgesagt, sodass ich diese Infos nicht wie sonst direkt in die Software eingeben konnte. Aber auch das gehört zum Job des Navigators: wenn die Technik streikt, improvisieren. Natürlich habe ich mir Kurs und Distanz anderweitig notiert und kann mir so nach dem Start meinen Up-and-Down-Kurs programmieren.

Im zweiten Rennen fahren wir heute einen 2. Platz, der uns auf den 3 Platz in der Gesamtwertung vorrücken lässt. Ich muss sagen, im Team abzuliefern und sich nach dem Rennen abzuklatschen und gegenseitig auf die Schulter zu klopfen fühlt sich großartig an!

Race Day 3

Wir konnten noch nicht herausfinden, was mit dem Computer nicht stimmt. Und leider entscheidet er sich heute sogar, mitten im Rennen selbst auszuschalten, sodass ich keine Zeiten zu den Laylines, keine Peilung, einfach keinen Kurs mehr habe. Bis ich realisiert habe, was los ist, dauert es einen Moment – mitten im Duell mit einem anderen Boot willst du ja auch nicht unbedingt jemanden von der hohen Kante unter Deck schicken – also peile ich die nächste Layline nur mit meinem Handpeilkompass.

Wir halten den 3. Platz und ziehen also mit 3 Punkten im Gepäck in die Finalrennen ein (Das Regattaformat sieht keine Streicher vor, sondern die Platzierung nach den ersten drei Renntagen wird als Punktzahl in die letzten drei Tage mitgenommen).

Race Day 4

Über Nacht haben wir weiter versucht, Ursachen für das Problem mit dem Computer auszuschließen – es scheint mit der Batteriespannung zusammenzuhängen. Wir werden also die Batterie austauschen.

Heute geht es ans Eingemachte! „Das Training ist jetzt vorbei“, scherzen wir auf dem Weg raus zur Race Area über das Regattaformat. Denn effektiv ist es so, als hätten wir bisher keine 6, sondern nur ein Rennen gesegelt und darin einen 3. Platz gemacht. Unser Eigner Sönke hält außerdem eine Ansprache, mit der es ihm exzellent gelingt, alle abzuholen, zu motivieren und das Teamgefühl noch einmal zu stärken.

Expedition hakt wieder – diesmal direkt zum 5-Minuten-Signal – also improvisiere ich und rechne die Time to Burn im Kopf aus.

Im zweiten Rennen stürzt dann noch einmal auf der Kreuz der Computer ab, aber ich lasse mich davon nicht beirren, versuche die Layline zu schätzen und springe beim Abfallen schnell unter Deck, um ihn wieder anzuschalten.

Aber wir segeln weiter konstante Platzierungen und schieben uns auf Platz 2 im Gesamtklassement vor!

Race Day 5

Der Computer funktioniert wieder! Mit dem vorletzten Renntag steigt auch der Druck ein wenig, den zweiten Platz zu halten. Der Wind dreht viel und macht es mir schwer die Laylines anzusagen. Im einen Moment können wir noch eine Minute von der Layline weg sein, im nächsten dreht der Wind und wir sind 20 Sekunden drüber. Aber auch das hatten wir die Woche über schonmal und deswegen bin ich mittlerweile dazu übergegangen, die Laylines mit der entsprechenden Windrichtung bzw. -Tendenz anzusagen, sodass Marc weiß, wo wir stehen.

Die Plätze 4 und 8 reichen leider nicht, um den zweiten Platz zu halten. Auf Platz 4, aber punktgleich mit Platz 3 und 5 Punkten zum 2. Platz beenden wir den Tag.

Race Day 6

Mittlerweile habe ich meine eigenen Pre-Race-Routinen entwickelt. Meine Expedition Displays habe ich nach dem Motto „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ über die Woche immer weiter auf meine persönlichen Präferenzen abgestimmt und Marc und ich sind nun so eingespielt, dass wir uns während des Rennens gut austauschen können.

Die Taktik für das letzte Rennen ist gar nicht so einfach. Sollen wir das Team auf Platz 3 matchracen? Oder einfach unser bestes Rennen segeln? Wieder dreht der Wind sehr, was die Strategie nicht gerade einfacher macht. Zwar fahren wir wieder ein solides Rennen, aber unsere Gegner auf Platz 3 machen es einfach besser und gewinnen die Wettfahrt.

Fazit

Am Ende ist Gesamtplatz 4 etwas enttäuschend, nachdem wir lange 3. und auch einen Tag 2. waren, aber gemessen an unserem Trainingsaufwand (4 Tage in dieser Crewkonstellation) war es wirklich gut. Jedenfalls hat es mir unglaublich Spaß gemacht, mit so einer professionellen Crew zu segeln. Die Jungs sind allesamt super cool drauf und haben mich sofort ins Team eingebunden. Die Atmosphäre an Bord ist wirklich einzigartig, was sicher auch an Sönkes Führungsstil bzw. seinem Vertrauen in die Crew und seiner Bereitschaft sich von den Profis an Bord coachen zu lassen, liegt.

Ich freue mich schon auf das nächste Event – The Nations Trophy, ebenfalls in Palma Mitte September!

English Version

From the diary of a young navigator

Before GPS existed, the navigator’s job was to use navigational tools, maps and the stars to find the way to the destination. Today, things are different. With all sorts of different sensors and instruments on board, the time it takes for a boat to get from A to B can be accurately calculated, down to the meter and the second – if the person responsible for them has perfect command of them. That is the navigator’s job today. But as with sailing in general, the navigator’s role is to control what can be controlled and to accept when something is simply outside of what is feasible at that moment.

7 days until the start of the Copa del Rey

To be honest, I don’t feel well prepared. When I was entrusted with the position of the navigator on Niramo in March, it was still four months until the first regatta with the Clubswan 50 – plenty of time to read all kinds of books about navigation software, and to exchange ideas with experienced navigators. Then the sailing season started again, I was sailing, sailing and sailing again, whilst also trying to keep up with my university course. The weeks went by and somehow I didn’t make much progress in my knowledge of navigation for inshore racing. In the end I learned most of it in the last week before arriving in Palma – not good for my stress level!

5 days until the start of the Copa del Rey

I arrive in Palma de Mallorca, check in at the hotel – the first time I’ve stayed in a hotel for a sailing event – and head to the port to meet my crew for the next 10 days and get to know my new job. Everyone seems to know what to do, only I am busy trying to find the on-board computer and connecting it to the Ipad. Then finally Marcel shows up. Marcel has previously navigated on Niramo and now sails on KER 46 yacht Lisa R. Fortunately for me, he has taken a few days off to teach me my new tasks and be a bit of a mentor for me. With a lot of patience, he shows me how to connect everything and use the speed sensor correctly. We also look at the interface on which I can calibrate the yacht’s various sensors, as well as a few things in Expedition (the navigation software I will be working with for the next few days). Of course I already know some things, but I still absorb everything, so after 2-3 hours I am completely exhausted by all the new information and glad that I only have to follow the rest of the crew to the restaurant.

Training Day 1

Since Marcel is doing home office during the day, I am a bit on my own on my first day. But when I arrive in the harbor, I’m happy to find that Marcel has sent me all kinds of little checklists for the day – I immediately feel much more confident and relaxed! On the water, we look at two different headsails and then do some speed tests with another Clubswan 50. This is great for me because I can relax, see all the technology in action and look at everything without pressure. Apart from the navigation jobs, I also have to find my place on board – in the gybes I help to pull the windward sheet of the gennaker around and otherwise I have to hike like everyone else and change sides in every tack. And that’s best done without running into the way of the others or slipping on any sheets…

I also get direct feedback from the crew regarding the calibration and learn an important lesson! Just because the „numbers“ don’t fit one day, that’s no reason to directly to go into the software and change the calibration, which has been refined over the years! In the evening, Marcel and I sit together and look at the data via so-called stripchart diagrams in Expedition and draw a few tendencies from them, which we first insert into a copy of the current calibration table.

Training Day 2

In the morning Marcel and I put the new numbers in the actual calibration table. Now the crew should be happy with the numbers. In case our changes would be complete crap, we save a backup with the old settings, so in that case I can quickly switch back to the old calibration on the water.

My coaching task for today: Check live on the strip charts if the True Wind Direction (TWD) is calibrated correctly. To do this I am looking at the TWD from bow to bow. However, the boat must then sail in race mode upwind and make several clean tacks, since the data from the instruments is always very confused and distorted during manoeuvres. During a speed test, this usually works quite well – until we roll our play mates and bear away in order to create an even starting situation again for the next speed test. Bearing away and coming up are to be seen in the same way as manoeuvres – you can’t do anything with the data then.

Eventually, we also sail a training race. For me this is the first race and the first start as a navigator. In Expedition you can configure an extra display for the start sequence, which is shown when the timer is activated. Then all sorts of numbers and times are displayed and you really have to get used to it when you see that for the first time. No need to mention that my performance – communicating the right numbers and times at the right time – was still a bit messy, right?

Training Day 3

It’s the weekend! So Marcel is coming out on the water today! And from today on we have Marc on board as tacticia. Our first training starts are still a bit chaotic. Marcel practiced the start procedure with me in the morning and we clarified again which numbers are important at which time, but since every tactician is different, it was no surprise that Marc partly wanted to have different information than the tacticians Marcel has worked with in the past. It  was definetily a busy day for me, again with a lot of input and feedback and accordingly I was quite exhausted in the evening. But the hours on the water with Marc were incredibly valuable to get into a flow of communication with him.

Practise Race Day

I’m having the daily weather report for breakfast. This is also my job. I jot down the most important things on my „wetnotes“ so I can brief the crew on the weather later. In addition, I read through the sailing instructions on the dock and also take notes. Yes, it is blisteringly hot and certainly would have been more comfortable in the hotel, but as a navigator, I always try to be one of the first at the boat to check that everything is working as it should. If not, I still have some time to solve the problem.

At 11 am we leave for the practice race at 1 pm. For the time being the wind is letting us wait. While the rest of the crew relaxes to be fit for the race, I am watching the wind together with the tactician to anticipate the next race start as early as possible. We finish 4th in the Practise Race. Not bad for my first race as a navigator – but that being said – I also have a great crew!

Race Day 1

I routinely start the day with a round of yoga, then read the weather report at breakfast and take notes again. I also look at the weather map from the German Weather Service to get a rough overview of the current weather situation. Since we will definitely be sailing with seabreeze in the Bay of Palma, I also look at how the direction and strength of the gradient will affect the seabreeze.

After we head out, we sail a couple of tacks, I look at the strip charts, then it’s time to go back to the comitte boat and everyone grabs a snack and some water. Then we „ping“ the committee boat. Pinging means that we pass very close to a mark and I set a mark on my chart in the computer at the right moment. As soon as the race committee has also laid out the left end (pin end) of the start line, we ping that, too. Now I can see the starting line digitally on my computer and it calculates which side is advantaged, how long we still need to get to the ends and the line, and much more. At the 5-minute signal I start the timer. Now expedition also shows the time we still have to kill until the start signal. Everyone is 100% focused, I give out the times every 15 seconds, hardly noticing how close we are getting to the other Clubswan 50s. Then it’s the start and I jump on the rail and off we go!

We sail two solid races and are in 5th place at the end of the day, tied for 3rd and 4th.

Race Day 2

The computer doesn’t quite want to go my way today. Shortly before pinging Expedition falters, I can’t operate any buttons. Finally, just as our boman is getting ready to show me when our bow is at the line, it works again. Lucky! Unfortunately, at the very moment Expedition was on a strike, the race committee announced the course and distance to the windward mark via the radio, so I couldn’t enter this info directly into the software as I normally would. But that’s also part of the navigator’s job: when the technology goes on strike, improvise. Of course, I made a note of the course and distance elsewhere, so I can program my up-and-down course after the start.

We finish 2nd in the second race today, which lets us move u to 3rd place in the overall standings. I have to say, delivering as a team and giving each other high fives after the race feels great!

Race Day 3

We still couldn’t figure out what was wrong with the computer. And unfortunately, today it even decides to turn itself off in the middle of the race, so I have no times to the laylines, no bearing, just no course anymore. It takes me a moment to realize what’s going on – in the middle of a duel with another boat you don’t necessarily want to send someone hiking on the rail below deck – so I take a bearing to the next layline using only my hand bearing compass.

We keep 3rd place and thus move into the final races with 3 points (the regatta format does not provide for discards, but the ranking after the first three days of racing is taken into the last three days as points).

Race Day 4

Overnight we continued to try to rule out causes for the problem with the computer – it seems to be related to the battery voltage. So we will replace the battery.

Today it’s down to the nitty gritty! „Training is over now,“ we joke about the regatta format on the way out to the Race Area. Because effectively it’s like we haven’t sailed 6 races so far, just one, and we came 3rd in it. Our owner Sönke also gives a speech with which he succeeds excellently in picking up everyone, motivating them and strengthening the team feeling once again.

Expedition doesn’t want to work – again! This time directly to the 5-minute signal – so I improvise and calculate the time to burn in my head.

In the second race the computer shuts down once again on the upwind, but I don’t let it bother me, try to estimate the layline and quickly jump below deck when we bear away to turn it back on.

Still we continue to deliver consistent race results and move up to 2nd overall!

Race Day 5

The computer works again! With the penultimate day of racing, the pressure to hold on to second place increases a bit. The wind shifts a lot and makes it difficult for me to call the laylines. One moment we can be a minute away from the layline, the next the wind shifts and we are 20 seconds over. But we’ve had that happen during the week, too, and that’s why I’ve started announcing the laylines with the corresponding wind direction or tendency, so Marc knows where we are a.

A 4th and 8th place unfortunately isn’t enough to keep  second place. We finish the day in 4th place but tied with 3rd place and 5 points behind 2nd place.

Race Day 6

By now I have developed my own pre-race routines. I have continued to adjust my expedition displays to my personal preferences over the week according to the motto „As much as necessary, as little as possible“ and Marc and I are now well in sync so we can exchange ideas during the race.

The tactics for the last race are not easy. Should we match race the team on 3rd place? Or just sail our best race? Again the wind shifts a lot, which doesn’t make the strategy any easier. We sail another solid race, but our opponents in 3rd place simply do it better and win the race.

Conclusion

In the end, 4th overall is a bit disappointing after being 3rd for a long time and also 2nd one day but measured against our training effort (4 days in this crew constellation) it was really good. Anyway, it was incredibly fun to sail with such a professional crew. The guys are all super cool and immediately integrated me into the team. The atmosphere on board is really unique, which is certainly also due to Sönke’s leadership style and his trust in the crew and his willingness to be coached by the professionals on board.

I am already looking forward to the next event – The Nations Trophy, also in Palma in mid-September!

Ein Gedanke zu „Aus dem Tagebuch einer jungen Navigatorin“

  1. Wow! Was für eine Entwicklung! L30 Sharifa letztes Jahr, Silverrudder, Wechsel auf den 49er für die nächste Olympiade, nachdem Mixed Doublehanded gestrichen wurde (was ich für eine Fehlentscheidung halte, aber auf mich wollte ja noch nie jemand hören- grins). Obwohl ich von den vielen technischen Dingen, über die du als Navigatorin auf der Club Swan schreibst, quasi keine Ahnung habe, fühle ich mich doch irgendwie mitgenommen und habe deinen Bericht verschlungen.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg, vor allem viel Spass beim Segeln, und natürlich auch ein erfolgreiches Studium. Ich bewundere dich, wie du das alles unter einen Hut bekommst. Chapeau!!!

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s