Silverrudder 2020: 283x das gleiche Ergebnis – 283 unterschiedliche Geschichten. Hier ist meine:

Noch im Mai dachte ich, das Silverrudder wäre einfach eine berühmte Offshore Regatta. Ich wusste nichts über das Format. Nun ja, die „Silverrudder Challenge of the Sea“ ist keine gewöhnliche Regatta. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Challenge. Es geht Einhand 130 Meilen um die Insel Fynen. Am Freitagmorgen geht es los, Sonntagmittag ist das Zeitlimit. Wer es innerhalb dieser Zeit nicht das Ziel erreicht, hat Pech gehabt, die Challenge nicht geschafft. Egal, ob das Rennen von Leichtwind, Flaute, Gegenstrom und Nebel geprägt ist und somit bei einer normalen Regatta verkürzt würde, beim Silverrudder gibt es diese Regelung in der Segelanweisung nicht. Man muss sich durchkämpfen. Oder aufgeben. Aber das ist eben die Challenge und macht den Charme und den Spirit des Silverrudders aus.

Die Vorbereitung

Doch diese Challenge beginnt weit vor dem Start. Bereits im März werden die Tickets für die Teilnahme verkauft. Da war ich schonmal spät dran, als Max und ich uns im Juni überlegten teilzunehmen. Hier half mir Tim Kröger, unser Offshore Coach vom German Sailing Team, der eine Wildcard für eine Seglerin aus Deutschland zu vergeben hatte. Dann braucht man ein Boot, das einen sicher um die Insel bringt und das muss entsprechend ausgestattet sein. Hier dachte ich, dass die Wildcard auch ein Boot mit sich bringen würde, aber da habe ich etwas zu viel erwartet. Zum Glück kannte ich aber mittlerweile viele tolle Leute in der Szene und so wurde ich schließlich an Timo von Wrochem vermittelt, der die Mini zero „Chet“ in der Schwentineflotte liegen hat. Schnell hatte ich mit ihm einen Deal gemacht – Ich würde die kleine 6,50m lange Yacht, die wirklich sehr viel Liebe benötigte, raceready machen und das nötige Material dafür beschaffen und im Gegenzug durfte ich mit ihr das Silverrudder bestreiten. Nun hat jeder Tag nur 24 Stunden und vor dem Silverrudder standen auch noch die Europameisterschaft in Genua und die Deutsche Meisterschaft im Rahmen der Kieler Woche an, für die ich ja auch einen nicht geringfügigen Aufwand an Vorbereitung zu betreiben hatte. Letztendlich beschränkte sich also die Zeit, die ich mich mit „Chet“ beschäftigen konnte, auf die fünf Tage zwischen der Kieler Woche und dem Start am 18.09.2020.

Sponsoring in letzter Minute

Mit Thomas Benning als Tauwerkexperten hatte ich mir die „Chet“ schon einmal angeschaut, um alle möglichen Schwachstellen an Bord zu identifizieren, und eine Liste erstellt, was ich alles brauchen würde. Während ich in Genua war, habe ich dann sehr kurzfristig von Robline die Zusage für ein Tauwerksponsoring bekommen und Last Minute wurden per Express die benötigten Leinen nach Kiel geschickt. Als ich dann merkte, dass ich doch noch eine Großschot und ein Großfall brauchte, wurden diese ebenfalls per Express direkt nach Svendborg zur Regattaleitung geschickt. Was für ein toller Support!

Dyneema Ocean 3000XG und Dinghy Control

Dann ging es ans Spleißen, Knoten und Leinen einfädeln. Zwei Tage lang bastelten Timo und ich an der Mini. Am Mittwoch stand dann die Überführung nach Svendborg an – das Schiff war quasi einsatzbereit, aber als ambitionierter Regattaseglerin fand ich noch an allen Ecken und Enden Kleinigkeiten, die optimiert werden konnten.

In Svendborg half mir dann unser Offshore Coach Tim Kröger höchstpersönlich alles weitere niet- und nagelfest zu machen. Leider reichte danach die Zeit nicht mehr, um vorm Start noch einmal kurz segeln zu gehen. Also musste ich, ohne jemals einen Gennaker auf diesem Boot hochgezogen zu haben, geschweige denn mal eine Halse gesegelt zu sein, in die Regatta gehen.

Start bei 0 kts Wind und 1kts Strom

Mit der Mini hatte ich den ersten Start um 10.00. Es war klar, wir würden wenig bis keinen Wind haben und Strom von hinten. Mit dem kleinen Außenborder, den Max mir für die Regatta geliehen hatte, würde ich es schwer haben, mich bis zum Start hinter der Linie zu halten, also warf ich den Anker. Dann beschäftigte ich mich mit dem Gennakerbaumsystem und versuchte den Code 0 zu setzen. Im Nachhinein stellte sich das als unnötige Hektik heraus, denn der Code 0 wollte bei dem flauen Wind sowieso nicht zum Stehen kommen. Noch dazu war ich damit so beschäftigt, dass ich viel zu spät den Anker wieder lichtete und damit spät hinter den Anderen startete. Dann ging es auf eine Treibpartie, bei der wir mehr vom Strom aus dem Svendborgsund herausgespült wurden, als dass wir tatsächlich segelten.

Traveller aus Admiral 7000 von FSE Robline

Irgendwann stellten sich dann doch knappe 5, später 6-8kts ein und bei Thoroe Rev konnte ich das erste Mal einen Gennaker ziehen. Dann ging es Dead Downwind – also mit dem Wind direkt von hinten – durch den großen Belt. Hier lernte ich die Vorzüge des Gennakerbaumsystems der Mini- Boote kennen. Mit den sogenannten Bowsprit Guys kann man diesen nämlich schön weit nach luv ziehen und somit den Gennaker quer zur Windrichtung trimmen, sodass man fast so tief fahren kann wie ein Boot mit einem symmetrischen Spinnaker. Bei dem wenigen Wind funktionierte das wirklich klasse.

Gennaker Tackline: Coppa 5000, Wasserstag: Ocean Stat20 XG

Kurz hinter der großen Belt Brücke drehte der Wind zweimal kurz hintereinander, sodass wir anschließend einen Anlieger zur NO-Spitze Fynens hatten und später eine Kreuz an der Nordseite Fynens entlang nach Middelfart. Mit anfangs noch 10kts im Schnitt machte das sogar ziemlich Spaß, wobei man bei den insgesamt 312 Booten in der stockfinsteren Neumondnacht wirklich aufpassen und ständig nach den Positionslaternen der anderen Schiffe Ausschau halten musste. Zum Ende der Nacht nahm der Wind wieder deutlich ab und ich schaffte es zum ersten Mal, den Autopiloten einigermaßen zu benutzen, sodass ich immer auf dem Backbordbug, wo ich Vorfahrt gegenüber den mich kreuzenden Schiffen hatte, für ein paar Minuten einnicken konnte.

Am frühen Morgen erreichte ich den Eingang um kleinen Belt und freute mich, dass ich Rasmus wieder eingeholt hatte. Der war mit der L30 zwei Starts nach mir gestartet, hatte mich aber zwischendurch schon überholt. Zusammen fuhren wir gegen den Strom bei löchrigem Flautenwind in den kleinen Belt hinein. Hier konnten die kleinen Boote mit weniger Tiefgang, zu denen ich mich auch zählte, ihren Vorteil ausspielen. Dichter unter Land im flacheren Wasser ist nämlich weniger Strom. Irgendwann fand ich eine gute Lane mit wenig Strom gegenan und etwas Wind und konnte mich von den Booten um mich herum absetzen.  

Als ich Strib, die erste Biegung im kleinen Belt passiert hatte, setzte ich wieder den Gennaker und versuchte so schnell wie möglich auf die andere Seite zu gelangen. Denn dort sollte unter Land sogar Strom mit sein!

Von Max hatte ich gehört, dass an der übernächsten Brücke, gleich um die Ecke, sich das ganze Feld zusammenstaute. Die Leute trieben teilweise immer wieder unter der Brücke hindurch zurück, nachdem sie gerade wieder genug Wind bekommen hatten, um etwas vorwärts zu fahren. Andere hatten gleich den Anker geworfen und warteten darauf, dass der Strom sich gegen Mittag drehen würde.

Ich fand tatsächlich die erwartete Strömung an der rechten Seite des Fahrwassers, die mich schnell zu den anderen brachte. Den Gennaker musste ich jedoch wieder bergen, da er bei all dem Fahrtwind durch den mich schiebenden Strom nur noch einfiel. Der Wind reichte nicht einmal mehr aus, um nach der Halse unter der ersten Brücke die Segellatten im Großsegel umzuschlagen. So fuhr ich also mit dem wohl komischsten Setup ohne irgendein Vorsegel an den dort ankernden oder treibenden Booten unter der zweiten Brücke durch.

Der Strom hatte aber mittlerweile auch abgenommen, sodass es für alle langsam wieder losging. Diese Euphorie hielt jedoch nicht lange an. Nach einem kurzen Wiederaufleben des Winds, wo ich leider eine wichtige Böe verpasste, schlief dieser komplett wieder ein und würde bis zum Abend auch nicht wiederkommen. Viele Segler brachen hier das Rennen ab. Ich kann es nachvollziehen. Die Vorhersage sah weiterhin wirklich schlecht aus. Würde überhaupt noch wieder Wind kommen, der uns bis zum Zeitlimit am nächsten Mittag ins Ziel bringen würde?

Mein unfreiwilliges Handy-Detox

Ich wollte noch nicht aufgeben. Wenigsten versuchen wollte ich es. Ich war schließlich nicht hergekommen, um schon auf der Hälfte der Strecke wieder nach Hause zu fahren. Es waren noch 40 Meilen und ich hatte noch 20 Stunden Zeit. Mit dem entsprechenden Wind, der einen durchschnittlichen Speed von mind. 2kts ermöglichen würde, machbar. 2kts Speed war ja wohl nicht zu viel verlangt. Erstmal würde ich aber noch einige Male frustriert den Wind verfluchen, den Code 0, den ich in kein Setup bringen konnte, das bei den hier und da aufkommenden Böen funktioniert hätte und meine schlechte Vorbereitung mangels Zeit, in der ich mich mehr hätte mit dem Boot beschäftigen müssen. Dann wären wenigstens die Entscheidungen, wann welches Segel zu fahren ist, einfacher gewesen.

Schließlich kam dann doch noch Wind von hinten, sodass ich unter Gennaker schnell Meter Richtung Bagö machte. Mittlerweile ging die Sonne wieder unter und es wurde wieder stockfinster. Langsam wurden auch meine Sorgen um meinen Handy-Akku größer. Nachdem ich am ersten Abend bereits einmal aufgeladen musste ich feststellen, dass die Powerbank nur Energie für einmal Aufladen hatte. Daraufhin versuchte ich das Handy so wenig wie möglich zu benutzen – maximal zur Navigation mit Navionics, um mit der einen Akkuladung über die die nächsten 36h zu kommen. Bei den kalten Nächten, die wir hatten, was mein nicht mehr ganz neuer Iphone-Akku gar nicht mochte, eine kleine Herausforderung. Zwischen Bagö und Aarö gibt es eine schmale von Untiefen umgebene Durchfahrt. Dort angekommen war meine Batterianzeige bei 13%… Die beste Lösung im Stockdunkeln durch diese Durchfahrt zu fahren ohne ständig das Handy einschalten zu müssen, die mir einfiel war, jemandem hinterherzufahren. Das solltew aber besser keine der Seascapes sein. Die haben nämlich deutlich weniger Tiefgang als eine Mini und können ihren Kiel sogar hochziehen.

Eine weitere Gefahr, die bei Bagö lauerte, was ich aber erst später erfuhr, waren riesige Fischernetze. Max hatte hier leider kein Glück, blieb hängen und musste das Rennen aufgeben.

Alles in allem, habe ich an dieser Stelle des Rennens echt Glück gehabt. Nachdem der Engpass passiert war, ging der Gennaker wieder hoch und ich nahm Kurs auf Helnaes und Lyo. Dann verschwimmen meine Erinnerungen und es wird richtig verrückt. Es war wieder eine extrem kalte Nacht – oder zumindest war ich tüchtig am Frieren. In meiner Erinnerung, die sich jedoch wie ein Traum anfühlt, hole ich mir noch eine Sweatshirtjacke und ein Halstuch von unter Deck und zwänge beides über den dicken Pullover und die Mütze, die ich mit meinen zwei Lagen Skiunterwäsche bereits unter meinem Ölzeug trage. Auf den kalten Cockpitboden lege ich noch ein Polster aus der Kajüte. Das Ganze erzähle ich noch Max und Rasmus, die natürlich nicht an Bord sind, sondern Meilen weit weg, aber auch das ist mir in der Situation nicht klar… Dann muss ich eingeschlafen sein, denn eine gefühlte Stunde später wache ich mit einem großen Schrecken und eine Meile zu weit in Lee auf. Tatsächlich waren vermutlich eher 4h vergangen, die ich im Cockpit geschlafen hatte, während das Schiff unter Gennaker Kreise gedreht hatte, in den Wind geschossen und zuletzt deutlich zu tief gefahren war. Hätte ich doch nur einen Autopiloten wie auf der Sharifa gehabt!

Ohne Gennaker geht es auf einem spitzen Reach wieder zurück auf die Spur nach Lyo. Zwischen Lyo und Fynen erwartet mich dichter Nebel und natürlich finde ich das Nebelhorn, von dem ich sicher war, dass es irgendwann an Bord war, nicht. So kreuze ich, alle paar Minuten laut „Tut Tut Tut“ rufend den Lyo Krog hoch. Zwischendurch lichtet sich der Neben wieder etwas, dann wird es wieder schlimmer. Gelegentlich schaue ich auf Navionics, um wenigstens zu wissen, wo ich bin. Meine Nerven sind bis zum äußersten gespannt, ich zittere fortlaufend – ob vor Kälte oder Aufregung, ich weiß es langsam nicht mehr. Mittlerweile ist es früher Morgen. Ich passiere die nördliche Landspitze Lyos, sehe im Nebel sogar schemenhaft die grüne Fahrwassertonne. Was für ein Erfolg! Bevor dich die zweite grüne Tonne erreiche, geht jedoch mein Handy, das seit drei Stunden bei 1% Akkuladung durchhält, endgültig aus. Auch mit den letzten Tropfen an Energie aus der Powerbank lässt es sich nicht mehr aufwecken. Das ist nun so ziemlicher Worst Case. Ich bin irgendwo im Nirgendwo, weiß nicht wo ich bin, die anderen Schiffe wissen nicht, wo ich bin, außer sie hören mein „Tut Tut Tut“, aber der Fährverkehr, der vermutlich nur den AIS Radar checkt, sieht mich nicht, da „Chet“ kein AIS hat… Schließlich werfe ich den Anker. Ich bin mir nicht sicher, ob wir Strom haben, aber ich will auf keinen Fall auf eine Sandbank treiben. Mit der Positionsangabe auf dem Display des Funkgeräts und den Papierkarten, die mir Oliver Korte zum Glück noch mitgegeben hatte, bestimme ich auf altmodische Art meine Position und rechne aus, wie weit ich auf dem Backbordbug noch fahren muss, bis zu welchem Längen- und Breitengrad, um auf Steuerbord um die Untiefe östlich von Lyo herumzukommen. Dann lichte ich den Anker wieder und checke regelmäßig die Position auf dem Funkgerät. Mittlerweile sind weitere drei Regattateilnehmer und ein Fahrtensegler mit Motor an mir vorbeigedüst. Sie halten den Daumen hoch, doch ich bin so müde und beschäftigt, dass ich mich kaum darüber freuen kann. Plötzlich höre ich ein „Schshschsch“. Es muss ein schnelles Motorboot in der Nähe sein, aber ich höre keine Motorengeräusche. Dann taucht direkt vor mir eine kleine weiße (elektrisch angetriebene?) Fähre auf. Ich rufe so laut es geht „Tut Tut Tut“ und drehe ab, um nicht überfahren zu werden. Zum Glück hat der Steuermann der Fähre mich nun auch gesehen und seinen Kurs geändert. Puhh Glück gehabt.

Ich fahre noch ein Stück weiter und rechne mir aus, dass es nun Zeit ist, wieder auf Steuerbordbug zu gehen. Neben mir taucht der Fahrtensegler von vorhin wieder auf und bietet mir an, mich nach Svendborg zu schleppen. Ich will aber immernoch nicht aufgeben und erkläre ihm bloß meine Situation. Nach einer Bestätigung von ihm weiß ich, dass ich auf dem richtigen Kurs raus aus dem Lyo Krog Richtung Avernako bin. Endlich!

Bei Avernako klart dann auch endlich der Nebel auf. Ich nutze zwar immernoch die Seekarten zur Orientierung, kann aber nun immerhin schonmal Land sehen und weiß ungefähr, wo ich bin.

Leider ist der Wind wieder mal sehr schwach, ich mache kaum 2-3kts und der Kurs nach Svendborg ist eine Kreuz… Aber mit dem Strom von hinten, der nun laut Vorhersage immer mehr zunehmen soll, könnte ich es vielleicht rechtzeitig schaffen. Leider zeigte sich jetzt wieder mein vom Schlafmangel beeinträchtigtes Urteilsvermögen. Um in den Svendborgsund zu gelangen muss man die Insel Skaro passieren. Nun hielt ich leider eine deutlich kleinere Insel, die noch dazu durch eine schmale Landzunge mit Fynen verbunden war, für Skaro und lief dort auf Grund. Ich folgte Max Beispiel, der in diesem Rennen auch schon zweimal wegen einer Sandbank ins Wasser gemusst hatte, zog mich aus und sprang ins Wasser, um die Mini mit dem Bug durch den Wind zu ziehen und von der Sandbank herunterzukommen. Als ich Max später davon erzählte, lernte ich etwas sehr Wichtiges. Ich hatte nämlich während der ganzen Aktion mich nicht am, Boot festgemacht. Wenn man alleine unterwegs ist muss man sich unbedingt eine Leine um den Bauch binden, damit das Boot, wenn es frei kommt, nicht ohne dich wegfährt. Ich hatte ja nicht einmal eine Schwimmweste an.

Aber es ist alles gut gegangen. Nur das Zeitlimit war jetzt leider erreicht. Nach weiteren zwei Stunden Treibens Richtung Svendborg und mit der Aussicht, im Svendborgsund, der tatsächlich noch deutlich weiter weg war als erwartet, auf den mittlerweile gekippten Strom, also Gegenstrom zu treffen, schaute ich mich nach einer Schleppmöglichkeit um. Von den anderen Regattateilnehmern war keiner mehr zu sehen, also nahmen mich ein paar nette Fahrtensegler, die sogar auch aus Kiel kamen, mit.

Zurück im Hafen durfte ich feststellen, dass von den 312 Startern es nur 29 ins Ziel geschafft hatten. Ich war also nicht allein mit meiner kleinen Enttäuschung, das Rennen nicht geschafft zu haben. Zufrieden mit dem Rennen bin ich trotzdem. Ich habe mich tapfer durchgekämpft und allen gezeigt, dass ich Grit habe. Dabei habe ich auch noch unglaublich viel gelernt und freue mich schon auf meine nächste Einhand-Regatta.

English Version

Silverrudder 2020: 283x the same result – 283 different stories. Here is mine:

It was only in May I thought the Silverrudder was simply a famous offshore regatta. I didn’t know anything about the format. Well, the Silverrudder Challenge of the Sea is no ordinary regatta. It is literally a challenge. It is a single-handed race – 130 miles around the island of Funen. On Friday morning it starts, Sunday lunchtime is the time limit. If you don’t make it to the finish line within that time, you’ve been unlucky, you didn’t make the challenge. Regardless of whether the race is characterized by light wind, no wind, countercurrent and fog and would thus be shortened in a normal regatta, for Silverrudder this rule does not exist in the sailing instructions. You have to fight your way through. Or give up. But this is the challenge and makes up the charm and spirit of the Silverrudder.

The Preparation

This challenge starts well before the start. Tickets for participation will be sold as early as March. So we were pretty late when Max and I thought about participating only in June. Here I got a little help from Tim Kroeger, our offshore coach from the German Sailing Team, who had a wildcard to award to a female sailor from Germany. But you also need a boat that will take you safely around the island and that must be equipped accordingly. I thought the wildcard would also come with a boat, but I expected a little too much. Luckily, I knew a lot of great people in the scene by then and so I was finally passed on to Timo von Wrochem, who owns the Mini zero „Chet“ in the Schwentine fleet. Quickly I could get a deal with him – I would make sure the small 6.50m long yacht which really needed a lot of love, would be raceready and I would organize the necessary equipment for that. In return I was allowed to compete with her the Silverrudder. After the event – in a raceready condition it would be much easier for him to sell her… So if anyone here is looking for a Mini… 😉

Well, every day has only 24 hours and before the Silverrudder there was also the European Championship in Genoa and the German Championship within Kiel Week, for which I had to make a not insignificant amount of preparation too. In the end, the time I was able to work on „Chet“ was limited to the five days between Kiel Week and the start of the challenge on 18.09.2020.

Last-minute sponsorship

With Thomas Benning as a rope expert, I had already looked around „Chet“ to identify all possible weaknesses on board and put together a list of what I would need. While I was in Genoa, I received a commitment from Robline for a rope sponsorship at very short notice and at the last minute the required ropes were sent to Kiel by express post. When I realized that I also would need a new main sheet and a new main halyard, they also sent by express directly to Svendborg to the race office. What great support! Then we started splicing, tying knots and threading ropes. For two days Timo and I tinkered with the Mini. On Wednesday, the delivery to Svendborg was scheduled – the boat was almost ready for use, but as an ambitious regatta sailor I still found little things at all corners and ends that could be optimized. In Svendborg, our offshore coach Tim Kroeger helped me to make everything else rivet- and nail-proof. Unfortunately, there was not enough time to sail again before the start. So, without ever pulling up a gennaker on this boat, let alone having done a gybe, I had to go into the regatta.

Start at 0 kts wind and 1kts current

With the Mini I had the first start at 10.00. It was clear we would have little or no wind and favourable current. With the little outboard that Max had lent me for the regatta, I would have a hard time keeping myself behind the line until the start, so I threw the anchor. Then I dealt with the gennaker pole system and tried to set code 0. In hindsight, this turned out to be unnecessary hustle and bustle, because the code 0 did not want to fill in the fluffy wind anyway. In addition, I was so busy that I retrieved the anchor far too late and started late behind everyone else. Then we went to a drift, where we were washed out of the Svendborg sound more by the current than the wind.

Eventually, maybe 5, later 6-8kts settled in and at Thoroe Rev I was able to hoist a gennaker for the first time. Then we had a Dead Downwind – with the wind directly from behind – through the Big Belt. Now I got to know the advantages of the Gennaker pole system of the mini-boats. With the so-called bowsprit guys you can pull it very far to windward and thus trim the gennaker across the wind direction, so you can sail almost as deep as a boat with a symmetrical spinnaker. In the light wind it worked really well.

Shortly after the Big Belt Bridge, the wind shifted twice in a row, so we then had a tight reach to the northern tip of Funen and later an upwind along the north side of Funen to Middelfart. With an average of 10kts at the beginning, this was quite fun, whereby with the total of 312 boats in the dark new moon night you really had to be careful and constantly look for the navigation lights of the other ships. At the end of the night the wind decreased again and for the first time I managed to use the autopilot to some extent, so that I could nap for a few minutes on starboard tack, where I had right of way over the boats crossing me.

In the early morning I reached the entrance of the Little Belt and happily found out that I had caught up with Rasmus again. He had started with the L30 two starts after me but had overtaken me before. Together we sailed against the current in the small Belt in a patchy headwind. Here the small boats with less draught, of which I also belonged, were able to play out their advantage because in the shallower water close to the shore there is less current. Eventually I found a good lane with little current against me and some wind and was able to take off from the boats around me. 

When I passed Strib, the first bend in the small Belt, I hoisted the Gennaker again and tried to get to the other side as quickly as possible. Because there close to the shore there was even supposed to be favourable current!

I had heard from Max that at the next bridge, just around the corner, the whole fleet was jammed together. Some people kept drifting backwards back through the bridge after getting enough wind to move forward. Others had immediately thrown the anchor and were waiting for the current to turn around at noon.

I actually found the favourable current on the right side of the water, which quickly brought me to the others. However, I had to drop the Gennaker again, because it collapsed all the time with all the wind that emerged from the current pushing me. The true wind was not even enough to turn over the battens in the mainsail after I gybed under the first bridge. So I went with the most comic setup without any headsail past the boats anchoring or drifting under the second bridge.

However, the current had decreased by now, so everyone got moving again slowly. However, this euphoria did not last long. After a short resurgence of the wind, where I unfortunately missed an important gust, the wind completely fell asleep again and would not come back until the evening. Many sailors quit the race there. I could understand why – the forecast looked really bad. Would wind come back at all, which would bring us to the finish line by the time limit which was the next noon?

My Involuntary Mobile Phone Detox

I didn’t want to give up yet. At least I wanted to try. After all, I hadn’t come here to go home halfway down the track. I still had 20 hours left with 40 miles to go. With a wind, that would allow an average speed of at least 2kts it was possible, and 2kts of speed is not too much demanded, is it? However, I would curse the wind in frustration a few more times, also the code 0, which I could not put into any setup, that would have worked with the puffs that occurred here and there, and my poor preparation due to lack of time in which I should have spent more time with the boat. Like that at least the decisions about when to fly which sail would have been easier.

Eventually the wind came back from behind, so I could quickly make meters towards Bagö with the gennaker. Meanwhile the sun had set again and it became very dark once more.  Slowly, my worries about my phone battery grew. After charging once on the first evening, I realized that the power bank that I had on bord only had energy for one charge. I had tried to use the phone as little as possible – maximum for navigating with Navionics to get over the next 36h with the one battery charge. With the cold nights that we had, which the not quite new Iphone battery didn’t like, this was quite a challenge.

Between Bagö and Aarö there is a narrow passageway surrounded by shallows. When I arrived there, my battery was at 13%… The best solution that I could think of for going through this passage without having to constantly turn on the mobile phone was to follow someone. But that shouldn’t be one of the Seascapes. They have significantly less draught than a Mini and can even pull up their keel.

Another danger lurking near Bagö, which I only found out later, were huge fishing nets. Max was not lucky here, got stuck and had to give up the race.

All in all, I was really lucky at this point in the race. After I had passed the bottleneck, the gennaker went up again and I set course for Helnaes and Lyo. Then my memories are blurry and it gets really crazy. It was another extremely cold night – or at least I was freezing a lot. In my memory, which feels like a dream, I grab a sweatshirt jacket and a scarf from under deck and force both over the thick sweater and the cap, which I was already wearing under my oil skins with my two layers of ski underwear. On the cold cockpit floor I put a cushion from the cabin. I am also talking to Max and Rasmus, who are of course not on board, but miles away, but I don’t realize that either in this situation… Then I must have fallen asleep, because an hour later I wake up with a big shock and a mile off course to leeward. In fact, I had probably slept in the cockpit for 4 hours, while the boat had done circles, shot into the wind and had recently driven significantly too low, all with the gennaker up. If only I had an autopilot like on the Sharifa!

After dropping the gennaker, we headed back to Lyo on a tight reach. Between Lyo and Funen, dense fog awaited me and of course I cannot find the foghorn that I was sure was on board at some point. So I go upwind into Lyo Krog whilst shouting „Tut Tut Tut“ every few minutes. At some point the fog disappears a little bit then it gets worse again. Occasionally I look at Navionics to at least know where I am. My nerves are stretched to the extreme, I tremble continuously – whether it’s because I’m freezing or because of the stress, I don’t know anymore.

By now it’s early morning. I pass the northern edge of Lyo, I can even see the green channel marker through the fog. What a success! Before I reach the second green mark, however, my phone, which has been running for three hours at 1% battery charge, finally turned itself of. Even with the last drops of energy from the power bank, I can no longer wake it up again. That’s pretty much the worst case now.  I’m somewhere in nowhere, don’t know where I am, the other ships don’t know where I am unless they hear my „Tut Tut“ but the ferry traffic, which probably only checks the AIS radar, doesn’t see me because „Chet“ doesn’t have an AIS… Finally, I throw out the anchor. I’m not sure whether we have current, but I don’t want to go onto a sandbank. With the position from the display of the radio and the paper cards, which Oliver Korte had fortunately given me before the race, I determine my position in an old-fashioned way and calculate how far I still have to travel on starboard tack, to what longitude and latitude, to get around the shallow east of Lyo on port. Then I pull up the anchor again and check the position on the radio regularly. In the meantime, another three regatta participants and a daysailor with their engine have passed me. They keep their thumbs up, but I’m so tired and busy that I can’t even be happy about it. Suddenly I hear a „shshshsch“. It must be a fast motorboat nearby, but I don’t hear engine noise. Then a small white (electrically powered?) ferry appears right in front of me. I shout „Tut Tut Tut“ as loudly as I can and bear away to not be run over. Luckily, the helmsman of the ferry has now also seen me and changed his course. Puhh, that was lucky.

I keep going for a bit longer, then I reckon it’s time to go back onto port tack. Next to me, the daysailor from earlier reappears and offers me to tow us to Svendborg. But I still don’t want to give up and just explain my situation to him. After confirming with him, I know that I am on the right course out of the Lyo Krog towards Avernako. Finally!

At Avernako, the fog eventuially clears up. I still use the nautical charts for orientation, but now I can see the coast now and I know whereabouts I am.

Unfortunately, the wind is again very weak, I hardly do 2-3kts and the course to Svendborg is an upwind… But with the current from behind, which is now predicted to increase more and more, I might be able to make it in time. Unfortunately, my bad judgment, impaired by my lack of sleep, was again shown. To get to Svendborg sound you have to pass the island of Skaro. I unfortunately thought a much smaller island, which was connected to Fyn by a narrow headland was Skaro and I ran aground there. I followed Max example, who had already had to go into the water twice in this race because of a sandbank, undressed and jumped into the water to pull the Mini through the wind with the bow to get off the sandbank. When I told Max about it later, I learned something very important. I was not connected to the boat when I jumped into the water. But if you are travelling alone, you must tie a leash around your belly so that the boat, when it gets free, does not leave without you. Afterall I didn’t even have a life jacket on.

But everything went well. Unfortunately, only the time limit had now been reached. After another two hours of trotting towards Svendborg and with the prospect of hitting the now tipped current, i.e. counter-current, in the Svendborg sound, which was actually still much further away than expected, I looked for a towing option. I could not see any of the other regatta participants, so some nice daysailors who were also from Kiel helped me out.

Back in the harbour, I found out that of the 312 starters, only 29 had made it to the finish. So I wasn’t alone with my little disappointment of not having finished the race. I’m still happy with the race. I fought my way through bravely and showed everyone that I have grit. I have also learned an incredible amount of stuff about single-handed sailing and am already looking forward to my next single-handed regatta.

2 Kommentare zu „Silverrudder 2020: 283x das gleiche Ergebnis – 283 unterschiedliche Geschichten. Hier ist meine:“

  1. Super lebendig und ansprechend geschrieben! Dass du trotz widriger Bedingungen so lang durchgehalten hast – Chapeau! Ich selbst gehöre zu den anderen 282 Teilnehmern, die es nicht geschafft haben und kann so nachvollziehen, was du geleistet hast. Ich selbst habe hinter Strib aufgegeben, weil ich mit meinem Boot bei den zu erwartenden Bedingungen nicht die Spur einer Chance sah, es zu schaffen, aber ich bin im Vergleich zu dir natürlich ich ein Segelopa.
    Schade eigentlich, dass ich dich in Svendborg nicht persönlich kennengelernt habe!

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