Purpose – dein selbst gewähltes Schicksal

Mein Freund Dan hat diese Routine, jeden Abend ein paar Seiten eines Buches zu lesen, kurz bevor er ins Bett geht. Er hat auch eine kleine Bibliothek von Büchern über Segeln, mentale Stärke, Fitness und einige Business-Sachen. Jedes Mal, wenn ich hinüberfliege (nach Australien) und Zeit bei ihm verbringe, gehe ich seine Bücher durch und wähle einige aus, die ich dann abends lese. Während meiner letzten Reise habe ich unter anderem „Peak Performance – Absolute Spitzenleistung mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erreichen“ von Brad Stuhlberg und Steve Magness gelesen. In Kapitel neun sprechen sie über die Macht von „Purpose“. „Purpose“ bedeutet übersetzt „Zweck“ oder „Absicht“, aber wie bei vielen Worten sowohl im Englischen als auch im Deutschen gibt es, finde ich, nicht immer eine Übersetzung, die so wirklich genau dasselbe ausdrückt, wie das Originalwort.

Purpose als Entscheidungshilfe

Deine „Purpose“ beschreibt, was du tun willst und wirst in deinem Leben auf dieser Welt  – wie ein selbst auferlegtes Schicksal/Bestimmung. Sie gibt dir eine Richtung, eine Anleitung für Entscheidungsprozesse, weil sie aus deinen wichtigsten Werten besteht. Deine „Purpose“ gibt dir also auch (Selbst-)sicherheit, denn du kannst immer sicher sein, dass du die bestmögliche Entscheidung für dich und die Welt nach deinen Grundwerten getroffen hast.

Aber woher soll man nun wissen, was die eigene „Purpose“ ist? In unserer heutigen Welt ist es schwer zu entscheiden, was und wer du sein und werden willst, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Kürzlich habe ich beschlossen mein aktuelles Studium aufzugeben und wieder etwas anderes zu studieren, weil ich gemerkt habe, dass die letzten beiden Studiengänge, die ich studiert habe, nicht das Richtige für mich waren. Ich hörte auch auf, Laser zu segeln, obwohl ich 5 Jahre in dieser Klasse unterwegs gewesen war, und begann 49er zu segeln, dann Nacra, dann war ich zurück im Laser und schließlich probierte ich den 49er nochmal aus. An bestimmten Punkten in meinem Leben musste ich entscheiden, ob ich etwas weitermachen oder aufhören wollte. Generell muss man im Leben doch ständig Entscheidungen treffen. Aber rückblickend bin ich ziemlich zufrieden mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe, und bereue nichts wirklich.

Wie habe ich herausgefunden, was richtig war? 

Für mich war schon immer eine treibende Kraft, anderen Menschen zu helfen und sie zu inspirieren. Ein paar Beispiele:

-Der 49er, den ich gerade gekauft habe, hat einige Probleme, die behoben werden müssen, aber ich habe keine Ahnung, wie man Glasfasermatten und Epoxidharz verwendet? Was solls, ich setze mich mit der Thematik auseinander, repariere das Boot und dokumentiere alles in meiner Instagram-Story, damit andere Leute daraus lernen können.

-Ich habe gerade gemerkt, dass ich einen Freund aus Australien total gern habe, aber er fliegt morgen zurück nach Australien und wird erst in 2 Monaten wieder in Europa sein? Was solls, vielleicht können wir beweisen, dass eine 15000km Fernbeziehung tatsächlich funktionieren kann und vielleicht werden andere Leute dann von uns inspiriert und geben ihrer Beziehung eine Chance, obwohl sie in verschiedenen Ländern leben (So habe ich Dan getroffen).

-Ich habe gerade auf ein komplett durchfinanziertes Segelprojekt verzichtet, weil ich in diesem Team nicht glücklich war und jetzt habe ich keine Bootsklasse, in der ich antreten kann, kein Team hinter mir und weder ein Segel- noch ein Fitnessprogramm? Was solls, ich haue meine Kontakte an, arbeite mit dem, was ich habe und mache weiterhin das, was ich liebe (und poste einen Haufen darüber im Internet, um andere Leute zu ermutigen, weiterzumachen, wenn das Leben mal nicht so spielt wie man sich das vorgestellt hatte).

Dies sind nur einige Situationen, in denen ich unbewusst meine „Purpose“ benutzt habe, um meine Entscheidungen zu leiten. Aber Stuhlberg und Magness beschreiben in ihrem Buch eine kleine Anleitung wie du deine  eigene „Purpose“ entwickeln kannst, die du dann auf deinem Smartphone-Sperrbildschirm speichern oder auf ein Poster über deinem Bett oder auf dein Deck schreiben kannst.

Sie haben nichts dagegen, wenn ich euch einen kleinen Einblick gebe (es lohnt sich trotzdem auf jeden Fall, das ganze Buch zu lesen).

1. Suche deine Grundwerte aus (Eine Auswahl an Werten findest du in „Peak Performance“, oder du machst einfach eine eigene Liste)

2.Personalisiere deine Werte (Schreibe jeweils einen Satz, um zu beschreiben und zu erklären, was dieser Wert für dich bedeutet)

3. Priorisiere deine Werte

4. Formuliere deine/n „Purpose“-Satz/e aus deinen personalisierten Werten

Zum Beispiel geht meine aktuelle „Purpose“ ungefähr so: Ich genieße es, kreative Lösungen für Situationen zu finden, mit denen ich konfrontiert werde, weil ich mutig bin. Dabei inspiriere ich andere Menschen und gebe das Wissen und die Erfahrung, die ich sammle, weiter.

Okay, das ist jetzt etwas länger, aber wenn Du meinen Blog regelmäßig liest, wirst du bemerkt haben, dass ich dazu neige, lange, verschachtelte Sätze zu bauen. Aber letztendlich sollst du deine eigene „Purpose“ entwickeln, also spielt es keine Rolle, ob es ein langer oder ein kurzer Satz ist, ein einfacher oder komplizierter, solange du dich damit identifizieren kannst.

Ich hoffe, dieser Artikel inspiriert dich, etwas mehr bewusste „Purpose“ in dein Leben zu integrieren.

English Version

Purpose – your Self-imposed Destiny

My boyfriend Dan has this routine of reading a few pages of a book each night before going to bed. He also has a little library of books about sailing, mental strength, fitness and some business stuff. Every time I fly there (to Australia) and spend time at his place I go through his books and choose some to read at night whilst I’m there. During my last trip one book of choice was “Peak Performance – Elevate your Game, Avoid Burnout and Thrive with the new Science of Success” by Brad Stuhlberg and Steve Magness. In chapter nine they talk about the power of purpose.

How purpose can help you make decisions

Your purpose describes what you want to do and what you are going to do on this world in your life – like a self-imposed destiny. It gives you a direction, a guide for decision making processes because it consists of your core values. So your purpose also gives you (self-)confidence when making decisions because you can always be sure that you made the best possible decision for yourself and the world according to your core values.

But how can you know your purpose? In today’s world it’s hard to decide what and who you wanna be and become because there is so many opportunities. I recently decided to quit what I am studying right now and start studying something else because I figured that the last two subjects I studied weren’t the right thing for me. I also stopped sailing the Laser which I sailed since I was 13 years old and started sailing 49er, then Nacra, then went back to the Laser and then back to the 49er. At some points in my life I had to make decisions whether to continue something, or quit and move on. After all, a lot of the time life is about making decisions. But looking back, I’m pretty happy with the decisions I made and don’t really regret anything.

How did I figure out what was the right thing to do? 

For me, helping and inspiring other people has always  been a driving force. A few examples:

– The 49er I just bought has some issues that need to be fixed but I had no clue how to use fibreglass mat and epoxy resin? So what, let’s do some research, get it done and do a little documentation so other people can learn from it.

– I just made out with my Aussie friend at the sailors’ afterparty but he’s going back to Australia and only will be back in Europe in 2 months’ time? So what, maybe we can prove people wrong and make them see that a 15000km long distance relationship actually can work and maybe other people will then be inspired by us and give their relationship a chance even though they live in different countries (This is how I met Dan).

– I just gave up on a highly sponsored sailing project because I wasn’t happy in that team and now I’ve got no class to compete in, no team behind me and neither a sailing nor a gym program? So what, let’s start playing your contacts, work with what you’ve got and keep doing what you love (and post heaps about it on the internet to encourage people to keep going when the going gets tough).

These are just a few situations where I unconsciously used my purpose to guide my decisions. But Stuhlberg and Magness have a little structure on how to develop your own purpose so you can write it on your smartphone lock screen, on a poster above your bed or on your deck.

I’m gonna give you guys a little insight (the two don’t mind but it’s still super worth reading their book).

1. Select your core values (You find a list of core values to choose from in “Peak Performance”, or just make up your own list)

2. Personalize your core values (write a sentence to describe and explain what that core value means to you)

3. Rank your core values

4. Write your purpose statement (Now use your personalized core values to formulate your purpose statement)

For example, my current purpose statement is something like this: enjoy finding creative solutions for situations I’m facing because I’m courageous whilst inspiring people and spreading the knowledge and experience I gained on the way.

Okay that’s a pretty long and complicated sentence but if you’re reading my blog regularly you will have noticed that I tend to create interlaced sentences. After all, this is your personal purpose so it doesn’t matter if it’s a long or a short sentence, an easy or a complicated one, as long as you can identify yourself with it.

I hope this article inspires you to bring a bit of conscious purpose to your life.

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