Auf dem Meer sind die Nächte kurz

English Text below

Letztes Wochenende hatte ich meine erste durchsegelte Nachtfahrt. Doublehanded, also mit nur einer weiteren Person an Bord bin ich von Kiel Richtung Warnemünde gesegelt und von dort aus über Nacht wieder zurück. Für meinen Segelpartner Max und mich war der Törn ein Test bzw. Vorbereitung auf die Baltic 500 Challenge. Diese Regatta, bei der es ebenfalls doublehanded nonstop 500nm über die Ostsee geht, fand dieses Wochenende über Himmelfahrt statt. Mehr Berichte dazu folgen in den kommenden Tagen.

Als wir in Kiel losfuhren blies es schon kräftig mit um die 20kts aus West und während wir die Kieler Bucht verließen, waren auch schon mal Böen mit 28kts dabei. Auf einer Rennyacht ist das ganz praktisch – der Windex im Masttop misst die scheinbare Windgeschwindigkeit und errechnet daraus die tatsächliche aktuelle Windstärke. Mit dem vollen Großsegel und dem einzigen Gennaker, den das Boot momentan hat, kamen wir gut voran, waren aber mit der Besegelung echt am Limit. Hinzu kam eine steile kurze Welle, die es teilweise unmöglich machte, einen konstanten Speed zu halten.

Ist das Boot im Surfen, gibt es einen sogenannten Velocity Header: Der Fahrtwind nimmt zu und der scheinbare Wind kommt dadurch spitzer. Also fällt der Gennaker ein und man nimmt die Segel dichter. Rauscht man dann in die nächste Welle vorm Bug, nimmt die Geschwindigkeit und damit der Fahrtwind plötzlich extrem ab und der scheinbare Wind fällt wieder deutlich raumer ein. Jetzt sind die Segel zu dicht und man muss sie schnell wieder fieren oder abfallen, um den Überdruck im Rigg loszuwerden. Kommt zeitglich wieder eine Welle von hinten, wird zuerst die Luvseite des Hecks angehoben, es entsteht also Leekrängung und das Schiff wird luvgierig. Der Steuermann muss also abfallen, um das Boot überhaupt auf Kurs zu halten und zusätzlich abfallen, um den Druck loszuwerden.

Eine Kielyacht kentert dann aufgrund des Gegengewichts an der Kielbombe nicht, bzw. richtet sie sich selbstständig wieder auf. Es kann aber schon vorkommen, dass das Schiff kurzzeitig flach auf dem Wasser liegt.
Genau so etwas passierte uns vor der Kieler Bucht. Solch eine Situation ist natürlich überhaupt nicht gut fürs Material, aber für mich war es sehr lehrreich diese Erfahrung zu machen, und zu sehen, dass der Kiel das Boot tatsächlich wieder aufrichtet.

Nach dieser Aktion mussten wir erstmal tief durchatmen, bevor es mit Stagfock und Großsegel bei teilweise bis zu 39kts weiter Richtung Fehmarnsund ging. Hinter der Brücke war es etwas geschützter, der Wind hatte außerdem ein bisschen abgenommen, also packten wir „Code Zero“ aus, ein Vorsegel, das eine Mischung aus Fock und Gennaker ist. Doch auch das war uns noch nicht schnell genug, also war nach kurzer Überlegung und mit Blick auf den Wetterbericht der große rote Gennaker wieder gesetzt.

Kurz vor Warnemünde trafen wir uns mit Freunden, die eine neue Dehler 30OD nach Kiel überführen wollten. Mit der L30 konnten wir einige Zeit an der Kreuz mit ihnen mithalten, aber als der Wind wieder auffrischte, fuhren sie uns davon.

Mittlerweile war die Sonne untergegangen und wir hatten Glück – nach und nach verzogen sich auch die Wolken und offenbarten einen wunderschönen Sternenhimmel. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich die Milchstraße nicht nur auf einem Foto. Lange konnte ich mich aber mit dem Staunen nicht aufhalten, denn langsam kamen wir dem Fehmarnsund wieder näher. Das Fahrwasser, das unter der Brücke hindurchführt, ist super schmal und auf beiden Seiten von sehr flachem Wasser umgeben. Bei Tageslicht ist es kein Problem dort hindurch zu navigieren, aber leider sind die Fahrwassertonnen nicht beleuchtet. Mit Navgationsapp auf dem Handy schafften wir es irgendwie nicht gegen die Fahrwassertonnen gegen zu fahren und auch nicht auf Grund zu laufen, während wir uns kreuzenderweise der Brücke näherten. Auch nach der Brücke mussten wir ständig die Karte checken und alle 5 min eine Wende fahren, um im tiefen Wasser zu bleiben und irgendwann war ich mit meiner Aufmerksamkeit echt am Ende.
Bis nach Kiel lagen noch 8 Stunden Kreuzen vor uns, der Wind hatte weiter zugenommen, und da wir uns nicht mehr in der Landabdeckung befanden, waren die Wellen auch wieder größer und steiler geworden… Da ich den ganzen Fehmarnsund durch gesteuert hatte, löste Max mich ab, sodass ich eine Weile unter Deck gehen und, mit den in Luv verstauten Segeln kuschelnd, etwas schlafen konnte.

Unter Land waren die Wellen deutlich kleiner und es ließ sich dort deutlich angenehmer (und schneller) segeln. Also verholten wir uns alle 1-2 Stunden, um wieder näher an die Küste zu kommen, wobei das jedes Mal mit gebannten Blicken auf den Tiefenmesser verbunden war.
Nach meinem zweiten unruhigen Powernap unter Deck sah man im Osten schon wieder einen hellen Streifen. Vor uns lagen aber immer noch 30Meilen…

Die Wellen wurden nochmal steiler, der Wind stärker und irgendwann konnte man auch das östliche Ende der Kieler Bucht sehen, aber es wollte einfach nicht näherkommen. Endlich – gegen 10 Uhr bogen wir in die Förde ab, die Wellen wurden flacher, Max und ich saßen nebeneinander auf der Luvkante und leisteten mit Steuern und Schotarbeit auf den letzten Metern nochmal gute Teamarbeit. Kurz vor Strande begrüßte uns sogar noch ein Tümmler und dann war es auch schon Zeit, die Fock einzurollen und das Groß herunterzulassen. Mit einem perfekten Anlegemanöver rutschten wir in die Box und hatten unseren 1. gemeinsamen Törn geschafft!


Was wir/ich gelernt haben:

1. Es ist besser eine halbe Stunde lang langsamer zu segeln als unter zu großer Besegelung einen Fuck-Up zu haben und evtl. ein wertvolles Segel zu zerstören oder zu verlieren. Auf der anderen Seite muss man auch mal was riskieren, sonst lernt man seine Grenzen und die des Bootes nicht kennen. Dann fährt man die ganze Zeit mit angezogener Handbremse ohne sein volles Potenzial auszuschöpfen, was nicht unsere Philosophie und nicht wirklich zufriedenstellend ist.
2. Stirnlampen setzt man sich am besten schon bei oder vor Sonnenuntergang auf – später hat man vielleicht keine Zeit mehr dazu und dann steht man im Dunkeln ohne Licht da
3. Unbeleuchtete Fahrwassertonnen kann man auch mit einer Taschenlampe anleuchten (wurde uns später an Land gesagt, hätten wir aber auch mal selbst draufkommen können), dafür muss man aber auch bei Einbruch der Dunkelheit eine Taschenlampe zur Hand und nicht unter Deck haben
4. Wenn du nichts zu tun hast, geh schlafen – du kannst nicht wissen, wann du wieder Gelegenheit dazu bekommst

Nights are short at Sea

Last weekend I had my first overnight sailing trip. Doublehanded, so with only one other person on board, I sailed from Kiel towards Warnemünde and back. For my sailing partner Max and I, the trip was a test and preparation for the Baltic 500 Challenge. That regatta is also doublehanded, goes nonstop 500nm around the Baltic Sea and took place this weekend. I’ll post more about that during the week.

When we set off in Kiel it blew with about 20kts from West and while we left the Kiel bay, there were even gusts with 28kts. On a yacht it’s very handy – the Windex in the masttop measures the apparent wind speed and calculates the actual wind. With the full mainsail and the only Gennaker that the boat has at the moment, we were fast, but also really on the limit with the sail setup. In addition, there was a steep short wave, which made it partly impossible to maintain a constant speed.

When the boat is surfing, there is a so-called velocity header: The wind increases, and the apparent wind blows more from in front. The Gennaker stalls and you have to sheet in. If you then rush into the next wave in front of the bow, the speed and thus the wind blast suddenly decreases extremely, and the apparent wind blows more from behind. Now the sails are too close, and you should quickly open the sails or bear away to get rid of the pressure overload in the rig. If another wave then lifts the back of the boat, the windward side of the stern is first raised, so there is leeward heel and the ship wants to go to windward. Now the helmsman has to bear away to keep the boat on course and to get rid of the pressure.

A keel yacht then does not capsize due to the counterweight of the keel bomb and gets back upright by itself. However, it can happen that the ship lies flat on the water for a moment.
This is exactly what happened to us in front of Kiel Bay. Such a situation is of course not good for the material at all, but for me it was very instructive to make this experience and to see that the keel lifts the boat back up. And it helped me to gain more trust into the boat.

First both Max and I had to take a deep breath. Then we got the boat going again towards Fehmarnsund with only the staysail and the mainsail up whilst it was blowing up to 39kts at times. Behind the bridge it was a bit more protected, the wind had also decreased a bit, so we put up „Code Zero“, a headsail, which is a mixture of a jib and a gennaker. But that wasn’t fast enough for us, so after a quick check of the weather report, the big red Gennaker was set again.


Shortly before Warnemünde we met with friends who were bringing a new Dehler 30OD to Kiel. With the L30 we were able to keep up with them for some time, but when the wind increased, they took off.
At that point the sun had set and we were lucky – gradually the clouds also disappeared and revealed a beautiful stunning sky. For the first time in my life, I didn’t just see the Milky Way in a photograph. But soon I had to stop staring at the sky, because we slowly got closer to the Fehmarnsund again. The channel under the bridge is super narrow and surrounded by very shallow water on both sides. In daylight it is no problem to navigate through it, but unfortunately the channel markers don’t have lights. With an app for navigation on the mobile phone, we somehow managed not to run into the channel markers and also didn’t run aground as we crossed the bridge. Even after the bridge we had to check the map all the time and tack every 5 minutes to stay in deep water and at some point that really killed my attention.
Kiel was still 8 hours of upwind away, the wind had increased further, and we were no longer leeward to land so the waves had become bigger and steeper again… Since I had steered through the whole Fehmarnsund, Max took over the steering wheel and I went under deck to sleep a bit whilst cuddling with the sails. Closer to the land the waves were much smaller and it was much more pleasant (and faster) to sail there, so every 1-2 hours we tacked to get closer to the coast again, each time with banished glances at the depth gauge.
After my second restless powernap under deck, a bright stripe was seen in the east again. But we still had 5 hours ahead of us. The waves became steeper again, the wind stronger and at some point you could see the eastern end of Kiel Bay, but it just didn’t want to come any closer. Finally – around 10 o’clock we turned into the Kiel bay, the waves became flatter, Max and I sat next to each other on the windward side and did good teamwork on the last meters with steering and working the mainsheet. Shortly before Strande even a bottlenose dolphin greeted us and then it was time to roll in the jib and lower the mainsail. With perfect docking we slipped into the box and had finished our 1st trip together!


What we/I have learned:

  1. It is better to sail slower for half an hour than to have a fuck-up with too many sails up and possibly destroy or lose a valuable sail.
  2. Better start wearing your headlamp before sunset – later you may not have time to do so and then you will be standing in the dark without light
  3. Unlit channel markers can be spotted with a flashlight (we were later told on land, but we could have thought of that ourselves), but to use a torch you have to have one at hand and not under deck when the sun goes down.
  4. If you have little to do, go to sleep – you don’t know when you’ll get another opportunity

Was ist eigentlich dieses Männeryoga?

Eins vorneweg – ich bin keine zertifizierte Yogalehrerin, spiele aber mit dem Gedanken, eine Ausbildung zu machen, weil ich das ganze Thema super interessant finde. Leider sind diese Ausbildungen sehr teuer, also will ich erstmal schauen, ob sich die Investition letztendlich auch lohnen würde.

Wie kann ich mir denn dann anmaßen, zu wissen, welche Übungen ich beim Yoga mit Männern machen sollte und worauf ich achten muss? Und wie bin ich überhaupt darauf gekommen?

Ein bisschen war die Idee wohl aus der Not heraus, denn ich sollte eigentlich Kinderyoga anbieten, was sich aber als eine totale Pleite herausstellte, weil Vier- bis Achtjährige nunmal nicht auf Facebook rumhängen (hoffe ich) und ich auch nicht wirklich mit irgendwelchen Eltern befreundet bin. Ich habe dann geschaut, für welche Zielgruppe ich eine bessere Reichweite habe und siehe da – 65% meiner Instagram-Follower sind Männer. Also warum nicht?

In der Lockdown-Phase wurde ja nun wirklich alles mögliche angeboten, aber Yoga speziell für Männer war nicht dabei und auch sonst hatte ich nicht den Eindruck, dass viele Männer bei den „Yogastunden für alle“ teilnahmen…

Dass es ganz anders geht, habe ich z.B. in Australien gemerkt. Dort bin ich 3-4mal die Woche in ein „Kletter-Gym“ gegangen, also eine Boulderhalle mit Fitnesstudio und einem Yogaraum. Mein Freund hat mich da immer um 5.50 Uhr abgesetzt, bevor er zu seinem Training gefahren ist und ich habe mich dann 2 Stunden ausgetobt. Einmal habe ich auch eine der angebotenen Yogakurse besucht und war zu meiner Überraschung die einzige weibliche Teilnehmerin. Klar, das ist jetzt nur eine Momentaufnahme und der Kurs war auch nicht sooo gut besucht (Was ein Wunder um 6 Uhr morgens!), aber die Männer dort beim Yoga haben mich schon beeindruckt und waren sicher nicht zum ersten Mal in einem Kurs.

Was macht mein Männeryoga aus?

Die Übungen für „mein“ Männeryoga sind in Zusammenarbeit mit einer meiner besten Freundinnen, die Physiotherapeutin ist, entstanden. Ich habe sie einfach mal interviewt welche Muskelgruppen bei ihren männlichen Patienten für gewöhnlich etwas mehr Aufmerksamkeit benötigen. Herauskam dasselbe, was auch die Internetrecherche ergab: verkürzte Brustmuskulatur, verkürzte Körperrückseite, unbewegliche Hüften, verkürzte Fußoberseite Überrepräsentation der Oberkörpermuskulatur und Vernachlässigung der Bein- und tiefen Rumpfmuskulatur. Das ist keinesfalls eine wissenschaftlich erhobene Statistik, sondern nur der Eindruck meiner Freundin, plus der Inhalt der Handvoll Artikel über Männeryoga im Internet, plus meinen eigenen Erfahrungen, wenn ich z.B mit meinem Freund oder Segelfreunden Yoga gemacht habe.

Aber nachdem ich nach den ersten zwei Malen mit viel zu vielen Sonnengrüßen ein bisschen ein Gefühl dafür entwickelt hatte, wie ich den Kurs aufbauen sollte, kam auch immer mehr Feedback, dass die Jungs sich nach dem Yoga besser gefühlt haben bzw. das Gefühl hatten, dass es ihnen etwas gebracht hat.

Letztendlich tut Yoga jedem Menschen gut. Und inhaltlich ordnet sich mein Programm wohl irgendwo beim Poweryoga ein. Und natürlich können das auch Leute mit jedem anderen Geschlecht machen, ich will hier überhaupt keine Geschlechterdifferenzierung machen. Aber Männeryoga spricht einfach mehr Männer an. Und die meisten von euch können ein bisschen atembegleitendes entspannendes Stretching und eine moderate körperliche Betätigung gut gebrauchen.

Seid doch mal ehrlich. Dehnt ihr euch einmal am Tag? Oder vielleicht einmal in der Woche? Einmal im Monat? Ich wette dort draußen gibt es Männer (oder generell Menschen), die haben sich noch nie in ihrem Leben gedehnt. Für mich als Leistungssportler unvorstellbar…. Doch vielen lässt der Berufsalltag vermeintlich keine Zeit dafür. Das ist Blödsinn. Du hast für das Zeit, wofür du dir Zeit nimmst. Punkt. Aber man kann es sich ja so einfach wie möglich machen. Zwei Teilnehmer aus meinem Kurs haben sich ihre Yogamatten mit zur Arbeit genommen und dann auf einer Wiese im Freien mitgemacht. Geht doch alles mit dem xGB Datenvertrag.

Purpose – dein selbst gewähltes Schicksal

Mein Freund Dan hat diese Routine, jeden Abend ein paar Seiten eines Buches zu lesen, kurz bevor er ins Bett geht. Er hat auch eine kleine Bibliothek von Büchern über Segeln, mentale Stärke, Fitness und einige Business-Sachen. Jedes Mal, wenn ich hinüberfliege (nach Australien) und Zeit bei ihm verbringe, gehe ich seine Bücher durch und wähle einige aus, die ich dann abends lese. Während meiner letzten Reise habe ich unter anderem „Peak Performance – Absolute Spitzenleistung mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erreichen“ von Brad Stuhlberg und Steve Magness gelesen. In Kapitel neun sprechen sie über die Macht von „Purpose“. „Purpose“ bedeutet übersetzt „Zweck“ oder „Absicht“, aber wie bei vielen Worten sowohl im Englischen als auch im Deutschen gibt es, finde ich, nicht immer eine Übersetzung, die so wirklich genau dasselbe ausdrückt, wie das Originalwort.

Purpose als Entscheidungshilfe

Deine „Purpose“ beschreibt, was du tun willst und wirst in deinem Leben auf dieser Welt  – wie ein selbst auferlegtes Schicksal/Bestimmung. Sie gibt dir eine Richtung, eine Anleitung für Entscheidungsprozesse, weil sie aus deinen wichtigsten Werten besteht. Deine „Purpose“ gibt dir also auch (Selbst-)sicherheit, denn du kannst immer sicher sein, dass du die bestmögliche Entscheidung für dich und die Welt nach deinen Grundwerten getroffen hast.

Aber woher soll man nun wissen, was die eigene „Purpose“ ist? In unserer heutigen Welt ist es schwer zu entscheiden, was und wer du sein und werden willst, weil es so viele Möglichkeiten gibt. Kürzlich habe ich beschlossen mein aktuelles Studium aufzugeben und wieder etwas anderes zu studieren, weil ich gemerkt habe, dass die letzten beiden Studiengänge, die ich studiert habe, nicht das Richtige für mich waren. Ich hörte auch auf, Laser zu segeln, obwohl ich 5 Jahre in dieser Klasse unterwegs gewesen war, und begann 49er zu segeln, dann Nacra, dann war ich zurück im Laser und schließlich probierte ich den 49er nochmal aus. An bestimmten Punkten in meinem Leben musste ich entscheiden, ob ich etwas weitermachen oder aufhören wollte. Generell muss man im Leben doch ständig Entscheidungen treffen. Aber rückblickend bin ich ziemlich zufrieden mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe, und bereue nichts wirklich.

Wie habe ich herausgefunden, was richtig war? 

Für mich war schon immer eine treibende Kraft, anderen Menschen zu helfen und sie zu inspirieren. Ein paar Beispiele:

-Der 49er, den ich gerade gekauft habe, hat einige Probleme, die behoben werden müssen, aber ich habe keine Ahnung, wie man Glasfasermatten und Epoxidharz verwendet? Was solls, ich setze mich mit der Thematik auseinander, repariere das Boot und dokumentiere alles in meiner Instagram-Story, damit andere Leute daraus lernen können.

-Ich habe gerade gemerkt, dass ich einen Freund aus Australien total gern habe, aber er fliegt morgen zurück nach Australien und wird erst in 2 Monaten wieder in Europa sein? Was solls, vielleicht können wir beweisen, dass eine 15000km Fernbeziehung tatsächlich funktionieren kann und vielleicht werden andere Leute dann von uns inspiriert und geben ihrer Beziehung eine Chance, obwohl sie in verschiedenen Ländern leben (So habe ich Dan getroffen).

-Ich habe gerade auf ein komplett durchfinanziertes Segelprojekt verzichtet, weil ich in diesem Team nicht glücklich war und jetzt habe ich keine Bootsklasse, in der ich antreten kann, kein Team hinter mir und weder ein Segel- noch ein Fitnessprogramm? Was solls, ich haue meine Kontakte an, arbeite mit dem, was ich habe und mache weiterhin das, was ich liebe (und poste einen Haufen darüber im Internet, um andere Leute zu ermutigen, weiterzumachen, wenn das Leben mal nicht so spielt wie man sich das vorgestellt hatte).

Dies sind nur einige Situationen, in denen ich unbewusst meine „Purpose“ benutzt habe, um meine Entscheidungen zu leiten. Aber Stuhlberg und Magness beschreiben in ihrem Buch eine kleine Anleitung wie du deine  eigene „Purpose“ entwickeln kannst, die du dann auf deinem Smartphone-Sperrbildschirm speichern oder auf ein Poster über deinem Bett oder auf dein Deck schreiben kannst.

Sie haben nichts dagegen, wenn ich euch einen kleinen Einblick gebe (es lohnt sich trotzdem auf jeden Fall, das ganze Buch zu lesen).

1. Suche deine Grundwerte aus (Eine Auswahl an Werten findest du in „Peak Performance“, oder du machst einfach eine eigene Liste)

2.Personalisiere deine Werte (Schreibe jeweils einen Satz, um zu beschreiben und zu erklären, was dieser Wert für dich bedeutet)

3. Priorisiere deine Werte

4. Formuliere deine/n „Purpose“-Satz/e aus deinen personalisierten Werten

Zum Beispiel geht meine aktuelle „Purpose“ ungefähr so: Ich genieße es, kreative Lösungen für Situationen zu finden, mit denen ich konfrontiert werde, weil ich mutig bin. Dabei inspiriere ich andere Menschen und gebe das Wissen und die Erfahrung, die ich sammle, weiter.

Okay, das ist jetzt etwas länger, aber wenn Du meinen Blog regelmäßig liest, wirst du bemerkt haben, dass ich dazu neige, lange, verschachtelte Sätze zu bauen. Aber letztendlich sollst du deine eigene „Purpose“ entwickeln, also spielt es keine Rolle, ob es ein langer oder ein kurzer Satz ist, ein einfacher oder komplizierter, solange du dich damit identifizieren kannst.

Ich hoffe, dieser Artikel inspiriert dich, etwas mehr bewusste „Purpose“ in dein Leben zu integrieren.

English Version

Purpose – your Self-imposed Destiny

My boyfriend Dan has this routine of reading a few pages of a book each night before going to bed. He also has a little library of books about sailing, mental strength, fitness and some business stuff. Every time I fly there (to Australia) and spend time at his place I go through his books and choose some to read at night whilst I’m there. During my last trip one book of choice was “Peak Performance – Elevate your Game, Avoid Burnout and Thrive with the new Science of Success” by Brad Stuhlberg and Steve Magness. In chapter nine they talk about the power of purpose.

How purpose can help you make decisions

Your purpose describes what you want to do and what you are going to do on this world in your life – like a self-imposed destiny. It gives you a direction, a guide for decision making processes because it consists of your core values. So your purpose also gives you (self-)confidence when making decisions because you can always be sure that you made the best possible decision for yourself and the world according to your core values.

But how can you know your purpose? In today’s world it’s hard to decide what and who you wanna be and become because there is so many opportunities. I recently decided to quit what I am studying right now and start studying something else because I figured that the last two subjects I studied weren’t the right thing for me. I also stopped sailing the Laser which I sailed since I was 13 years old and started sailing 49er, then Nacra, then went back to the Laser and then back to the 49er. At some points in my life I had to make decisions whether to continue something, or quit and move on. After all, a lot of the time life is about making decisions. But looking back, I’m pretty happy with the decisions I made and don’t really regret anything.

How did I figure out what was the right thing to do? 

For me, helping and inspiring other people has always  been a driving force. A few examples:

– The 49er I just bought has some issues that need to be fixed but I had no clue how to use fibreglass mat and epoxy resin? So what, let’s do some research, get it done and do a little documentation so other people can learn from it.

– I just made out with my Aussie friend at the sailors’ afterparty but he’s going back to Australia and only will be back in Europe in 2 months’ time? So what, maybe we can prove people wrong and make them see that a 15000km long distance relationship actually can work and maybe other people will then be inspired by us and give their relationship a chance even though they live in different countries (This is how I met Dan).

– I just gave up on a highly sponsored sailing project because I wasn’t happy in that team and now I’ve got no class to compete in, no team behind me and neither a sailing nor a gym program? So what, let’s start playing your contacts, work with what you’ve got and keep doing what you love (and post heaps about it on the internet to encourage people to keep going when the going gets tough).

These are just a few situations where I unconsciously used my purpose to guide my decisions. But Stuhlberg and Magness have a little structure on how to develop your own purpose so you can write it on your smartphone lock screen, on a poster above your bed or on your deck.

I’m gonna give you guys a little insight (the two don’t mind but it’s still super worth reading their book).

1. Select your core values (You find a list of core values to choose from in “Peak Performance”, or just make up your own list)

2. Personalize your core values (write a sentence to describe and explain what that core value means to you)

3. Rank your core values

4. Write your purpose statement (Now use your personalized core values to formulate your purpose statement)

For example, my current purpose statement is something like this: enjoy finding creative solutions for situations I’m facing because I’m courageous whilst inspiring people and spreading the knowledge and experience I gained on the way.

Okay that’s a pretty long and complicated sentence but if you’re reading my blog regularly you will have noticed that I tend to create interlaced sentences. After all, this is your personal purpose so it doesn’t matter if it’s a long or a short sentence, an easy or a complicated one, as long as you can identify yourself with it.

I hope this article inspires you to bring a bit of conscious purpose to your life.