One Big Grind

Die U21 WM in Split war schwierig. In den ersten 5 Tagen der Regatta schafften wir gerade mal 2 Rennen und das in grenzwertigen Leichtwindbedingungen. Abgesehen davon hatten wir jede Menge Startverschiebung bei Flaute. So wurde unser erstes Rennen erst am 4. Tag der Veranstaltung gesegelt…

Der Start war für früh morgens angesetzt, da das die einzige Zeit des Tages war, wo noch annähernd Wind vorhergesagt war. Während der Wind schon beim Startsignal wieder begann abzusterben, schafften wir tatsächlich ein Rennen, wobei fast alle Boote in einem riesigen Pulk gleichzeitig versuchten, die letzte Leetonne zu runden.

In dieser Situation konnte man viel gewinnen oder alles verlieren. Schon auf der Startkreuz hatte ich sehr viel Boden verloren und war eher hinten im Pulk. Ich tat das einzige was man in dieser Situation vernünftigerweise tun sollte und fuhr so lange Schlangenlinien vor der Tonne bis das Pulk etwas abgetrieben war und sich eine Lücke auftat, sodass ich eine saubere Rundung fahren konnte. Trotzdem war meine Platzierung in diesem Rennen letztendlich nicht besonders gut und nachdem der Wind dann komplett eingeschlafen war, schickte die Wettfahrtleitung uns wieder an Land, wo wir weiter vergeblich auf Wind warteten.

Es war erst das erste Rennen der Regatta, aber weil bereits der vierte Tag vorbei war, wo man normalerweise schon 8 Rennen geschafft hätte, fühlte es sich an als wäre die Regatta schon fast zu Ende. Dabei lagen noch so viele Rennen vor uns!

Nachdem ich mich eine Weile ziemlich verrückt gemacht hatte wegen dieses einen verhauenen Rennens, redete ich mit einem sehr guten Trainer, der mir die objektive Sicht auf die Situation gab, die ich brauchte, um mich zu beruhigen. Er sagte in unserem Gespräch außerdem, dass Lasersegeln eine ewig lange Schufterei ist. Und er hat so recht damit.

Am Wettkampftag entscheiden Nuancen in deiner Performance über das Ergebnis und deine mentale Verfassung ist entscheidend dafür, ob du deine Spitzenleistung im Eifer des Gefechts abrufen kannst oder nicht. Schon der kleinste Einbruch in Selbstbewusstsein oder Anflug von Nervosität kann das Kartenhaus zum Einsturz bringen.

Deswegen ist es so wichtig, hart zu trainieren, jeden Tag zumindest ein kleines bisschen besser zu werden und so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. Gewöhn’ dich daran, in unbequemen Situation klarzukommen. Gib niemals auf, denn dann wirst du immer noch besser sein als derjenige, der auf halbem Wege aufgehört hat. Manchmal ist es wirklich hard. Vielleicht steht dein wichtigstes Event des Jahres vor der Tür und der Wetterbericht sieht schrecklich aus. Oder die Umstände sind nicht so wie du es dir gewünscht hättest.

Aber wir können das, was kommt nur als Herausforderung nehmen und mit dem arbeiten was wir haben. Machen wir das Beste draus und uns weniger Gedanken über die kleinen (und vielleicht doch nicht so wichtigen) Details.

Harte Arbeit, Wille und Glaube zahlen sich irgendwann aus. Manchmal überrascht einen das Leben und es hält definitiv immer den ein oder anderen neuen Weg für alle bereit, die an sich arbeiten und offen und aufgeschlossen sind!

English Version

The U21 worlds in Split were tough. Only two races in the first 5 days of the competition in marginal light wind conditions were sailed. The rest of the time the waiting game was on, due to no wind. So come the first race of the regatta for our fleet was only sailed on the 4th scheduled day…

We had an early morning race in an already dying breeze with a huge accumulation of the majority of the fleet at the last bottom mark that resulted in a big mess. You could gain a lot there or lose it all. I had already lost a lot of ground on the first upwind, so I could only gain but still finished pretty deep in that race. That was it for the day – the wind died fully and the race committee sent us back ashore.

It only was the first race of the regatta the 4th day was done and dusted and usually we already have 8 races in then. So it felt like the regatta was already halfway over but actually most of the racing was still yet to come!

After driving myself crazy about this one fucked up race I talked to a really good coach and he was giving me the objective opinion I needed to calm down and refocus. One thing I can remember very well from this conversation was him saying how “Laser sailing is one big grind”. And he’s so right with that. On race day nuances in your performance will decide about the outcome of your race and your peak performance will be defined by your mental state on that day. Being anxious or less confident than usually will definitely impact your performance and it might make you forget of what you learned in training.

That’s why you have to keep grinding. Train hard everyday, try to improve at least a little bit day by day and collect as much experience as possible. Become comfortable in the uncomfortable situations. Never give up because you will always be better than the person that quit along the way. Sometimes it’s hard. Like, there’s your most important event of the season and the forecast looks terrible or your setup isn’t what you’ve had hoped it to be like.

But you gotta take it as a challenge. Perform at your possibly best in that individual situation without overthinking all the little (and probably not so important) details. In the end hard work, willpower and believing will pay off. Life might surprise you and there will always be new ways opening up for those that are working on themselves and are open-minded!

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