Abenteuer außerhalb des Leistungssports

Als Leistungssportler sieht man ja viel von der Welt. Und als Leistungssegler sowieso. Fahrtensegler sehen noch mehr von der Welt. Und irgendwann möchte ich auch mal einen großen Segeltörn machen und dabei die Welt entdecken.

Das ist heutzutage ja ganz einfach. Dass es noch vor 50 Jahren eine echte Herausforderung war, hat Michael Weber, Schauspieler am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und Bruder eines ehemaligen Crewmitglieds, gemeinsam mit Christian Ebert aus Original-Filmaufnahmen der 70er Jahre, Logbucheinträgen und Aufzeichnungen an Bord eindrucksvoll in Szene gesetzt und aus einer Segeldokumentation ein künstlerisches Filmerlebnis geschaffen. Dieses läuft zur Zeit im Kino in Kiel und wird demnächst auch in Eckernförde, Bremen, Hamburg und München gezeigt.

Der Film erzählt von dem Abenteuer einiger Kieler Studenten, die am ersten „Volvo Ocean Race“, damals hieß die Regatta noch „Whitbread Round the World Race“, teilnahmen. Mit 12 Crewmitgliedern ging es mit der Peter von Danzig, dem einzigen Boot der Flotte, das keinen Motor hatte, einmal um die Welt.

Bild: Bill Timkey

In Rio kam Gert Findel mit an Bord, wie ich Mitglied im Segler-Verein Großenheidorn. Er hat mir ein bisschen von seinen Erlebnissen an Bord erzählt:

Die Aufnahmen des Films sind mit Super 8 Kameras aufgenommen worden, die natürlich im Gegensatz zu den heutigen Actionkameras nicht wirklich seefest waren und genauso wie das, aus Sicherheitsgründen vorgeschriebene, einzige Funkgerät an Bord nach kurzer Zeit vom Salzwasser ausgeschaltet wurden.

Da es an Bord keinen Strom gab, musste auf 2 Petroleumherden gekocht werden, die, um die ganze Mannschaft zu versorgen, den ganzen Tag liefen. Geduscht wurde aufgrund des begrenzten Süßwasservorrats nur bei Regen. Und bei den riesigen Wellen auf hoher See fliegt unter Deck auch häufiger etwas durch die Gegend und geht kaputt. Man will sich also nicht vorstellen wie es unter Deck gerochen haben mag. Navigiert wurde übrigens nur mit klassischem Navigationsbesteck, denn GPS gab es ja noch gar nicht!

Man sieht schon, dieses Abenteuer war kein Sonntagsnachmittags-Kaffeeklatsch-Segeln. Nein. Der Film „Last Ship Home“ beschreibt das ursprüngliche, harte und mental unglaublich anstrengende Segeln, so ungefähr wie es Magellan, Christoph Kolumbus und Thomas Cook erlebt haben müssen. Durch die Supra 8 Aufnahmen, untermalt mit Sprachaufnahmen der Einträge ins Logbuch, gewinnt man einen sehr authentischen Eindruck vom (Über)leben an Bord. Der Film ist auf jeden Fall etwas für alle Abenteurer und alle, die sich für Weltumsegelungen und das Leben und die Probleme während eines Segeltörns, aber auch die vielen Erfahrungen die man an Bord sammelt, interessieren. Auch wenn die gezeigten Ereignisse schon ziemlich lange zurückliegen, kann man sicher auch das ein oder andere fürs heutige Segeln lernen.

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