Alle Jahre wieder…

…so scheint es, segeln Max und ich am Anfang der Saison von Warnemünde nach Kiel, eine Kreuz bei 20-30kts, es ist kalt, es ist nass, das Boot wird durchgeschüttelt und ja, man fragt sich warum man das eigentlich macht. Aber als wir in Kiel ankommen, ist es doch wieder ein großartiges Gefühl, es geschafft zu haben. Damals, letztes Jahr im Mai, es kommt mir wie eine halbe Ewigkeit vor, hatten wir einen Trainingsschlag mit Über-Nacht-Fahrt gemacht, um uns auf unsere erste gemeinsame und meine überhaupt allererste Offshore Regatta vorzubereiten. Dieses Jahr aber kamen wir trotz langer Winterpause schnell wieder in unsere Routinen, die wir über die letzte Saison aufgebaut haben, und merkten, wie eingespielt wir als Team doch sind. Ein gutes Gefühl.

Auch die Vorbereitung auf den Trip verläuft dieses Jahr ganz anders: Obwohl wir wieder durch Corona eingebremst werden, nicht viel Gelegenheit haben, zu checken, ob alles an Bord für die erste Ausfahrt mit gleich 70-80 Seemeilen bereit ist, wissen wir jetzt, an welchen Stellen wir schauen müssen, was eingepackt werden muss. So ist auch die spontane Anpassung unseres ursprünglichen Plans, über Ostern in Rostock zu trainieren, nichts, was uns aus dem Konzept gebracht hätte.

In Vorbereitung auf die Überführung habe ich einige Tage das Wetter analysiert und mit Adrena geroutet, um überhaupt zwischen Max Job und bei mir der Uni den besten Tag zu definieren, um abzulegen. Zwar hätte uns der Ostersamstag Sonne und eine angenehmere Windrichtung und -stärke beschert, aber am Ende wird es der Ostersonntag. Da wir in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Kaltfront erwarten, geht es Sonntagmorgen früh um 6 Uhr los.

Das Routing sagt, wir würden 12 Stunden unterwegs sein, aber wegen der Welle, die ich in dem Routing noch nicht berücksichtigt habe, könnte es etwas länger dauern. Die zwei schnelleren von vier Wettermodellen schicken uns durch den Fehmarnsund, aber wir entscheiden uns früh dagegen und folgen der Route außen um Fehmarn herum. Zwar ist normalerweise der Weg durch den Fehmarnsund eine Abkürzung, aber bei der vorhergesagten Windrichtung würden wir viele dicht aufeinanderfolgende Wenden fahren müssen, um uns durch das schmale Fahrwasser zu schlängeln und das würde uns viel Speed und Zeit kosten und obendrein noch Stress produzieren. Am Ende, so rechneten wir es uns aus, wäre der Weg außen herum doch schneller, da wir uns im Windschatten Fehmarns außerdem noch einiges an Welle ersparen würden.

Nachdem wir bereits in Warnemünde mit erstem Reff im Großsegel losgefahren waren, musste auf Höhe Fehmarns dann das zweite Reff her und mit Hinblick auf den stetig zunehmenden Wind überlegten wir auch, die Genua gegen die Stagfock zu tauschen, entschieden uns aber vorerst, bei der Genua zu bleiben, um ordentlich Meilen zu machen, solange es noch ging. Wir würden später nochmal in eine Landabdeckung kommen und könnten dann ggf. nochmal das Vorsegel wechseln.

Tatsächlich waren die Wellen zwar unter Land etwas weniger hoch, blieben aber genauso steil und vor allem nahm die Böigkeit zu. Trotzdem kamen wir mit der Genua noch recht lange zurecht und für mich war es ein prima Training, um das An-der-Windkante-Steuern zu üben. 

Bis hierher hatten Max und ich uns jeweils zweimal 1-2h „time off“ unter Deck gegönnt, und hatten beide auch etwas geschlafen, um bei der Ankunft in Kiel, auch im Hinblick auf die drohende Front, komplett fit zu sein.

Letztendlich schafften wir es, vor der Front in Kiel zu sein, tatsächlich kam die Front erst früh am Montagmorgen, aber als sie dann kam, waren wir froh, dass es nicht andersherum gewesen war, denn sonst hätten wir auf dem Wasser auch noch Schnee und Hagel abbekommen. Keine schöne Vorstellung…

Every year…

… so it seems, Max and I are sailing from Warnemünde to Kiel at the beginning of the season, in 20-30kts, it’s cold, it’s wet, the boat is shaking and yes, you ask yourself why you are actually doing it. But when we arrive in Kiel, it’s a great feeling again to have made it. Since last May, it seems like an eternity since we have done a training sail with an overnight trip to prepare for our first offshore regatta together and my first ever. This year, however, despite the long winter break, we quickly got back into our routines that we had built up over the last season and noticed how good we are as a team. Feelsgood.

The preparation for the trip was also quite different this year -although we were slowed down by Corona again, we did not have much opportunity to check whether everything on board is ready for the first trip of 70-80 nautical miles, but we now know where to look and what needs to be packed. The spontaneous adaption of our original plan to train in Rostock over Easter is not something that would have thrown us off our goal.

In preparation for the transfer, I analysed the weather for a few days and routed it with Adrena to define the best day to sail,considering Max’s job and my university. Easter Saturday would have given us sun and a more pleasant wind direction and strength, but in the end, it had to be Easter Sunday. Since we expected a cold front in the night from Sunday to Monday, we had to start at 6 a.m. on Sunday morning. The routing says we would be finished with the trip in 12 hours, but because of the waves that I have not yet considered in the routing, it would take a little longer. The two faster of the four weather models sent us through Fehmarn Sound, but we decide against it early and followed the route around Fehmarn. The route through the Fehmarn Sound is usually a shortcut, but with the predicted wind direction we would have to make many turns in close succession to meander through the narrow channeland that would cost us a lot of speed and time and on top of that, extra stress. In the end, we figured the way around the outside would be faster, as we would also avoid a lot of wavesto leeward of Fehmarn.

After we had already started in Warnemünde with the first reef in the mainsail, the second reef had to be brought in around Fehmarn and with the steadily increasing wind in mind, we also considered swapping the genoa for the stay jib, butdecided to stay with the genoa to make good miles while wecould. We would come back towards land cover later and could change the foresail again if necessary.

In fact, the waves were a little smaller under land, but remained just as steep and, above all, the gusts increased. Nevertheless, we managed to get by with the genoa for a while, and it was great training for me to practice steering on edge of the wind.

Up to this point, Max and I had allowed each other 1-2 hours of „time off“ below deck twice, and both had slept a bit to be completely fit when we arrived in Kiel, whilst keeping the impending front in mind.

In the end we managed to beat the front to Kiel. In fact, the front didn’t come until early on Monday morning, but when it came, we were glad that it wasn’t the other way around, because otherwise we would have had snow and hail. Not a nice thought…

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