A Decade of Racing

Ten years ago I competed in my first ever sailing competition, the Büsselberg-Preis, at lake Steinhuder Meer, near my home town. After the first race I was so excited about having completed my first ever race that I capsized straight after the finish line. The second race I had to retire after getting lapped by everyone else with no chance on making the time limit because instead of going on a close hauled  course my Upwind was more of a reach. I didn’t do great in that regatta but it was the first out of many more that followed.

In the next couple of years I won some championships and rankings in my county in the Optimist B division and moved on to the Optimist A division to start collecting points that would allow me to take part in the German Nationals and the trials for the Optimist Europeans and Worlds. But unlike lots of other talented kids that just smash it in the Opti and have a great career early on I didn’t make it to the Nationals in my first year and I never competed in the trials. Then I moved to the Laser and took part in my first Europeans, the 4.7 youth Europeans, which showed me that I was a better sailor than I thought and that there was this huge world waiting for me. But until the Radial Youth worlds 2017 in Medemblick I’ve never made it into Goldfleet in a regatta. That year also was the only year that I had qualified for the National team, the rest of the time I was „only“ a training group member tagging along.

But even though my early beginnings didn’t look as promising as those of some of my mates – I am still here. I am still sailing and loving the sport. Even though it may have been hard along the way I always kept going. And even if the way wasn’t always straightforward or if there was a wall right in front of me – I always found a sneaky path, a tunnel through or a ladder to climb. And this very unconventional path lead me to where I am now.

Ten years later I am spending my winters in Australia with my boyfriend who makes me so incredibly happy. We are not sailing in the same class anymore but we are making it work and by making it work you actually get something even greater than you would have ever imagined  to have.

I am doing whatever I want and what fulfills me and of course sometimes some other people might not be agreeing with what I do and how I do it. And of course it is not always easy and often I have to find ways to make it happen. But trust me you will be so much happier if you do what you actually like.

Also people recognize if you’re committed to the sport, if you are working hard and if you’re a good training partner. And they will recommend you when someone is looking for a crew. That’s what happened to me and I am sure it will happen to you if you’re a good fellow with great attitude and work ethic.

Looking back I am amazed how far those 10 year´s in this amazing sport brought me. Going from a shy Optimist kid that hasn’t seen the world to an independent woman travelling the whole world by herself and finding new friends and opportunities wherever I go.

Deutsche Version

Vor 10 Jahren nahm ich an meinem allerersten Segelwettkampf teil, dem Büsselbergpreis auf meinem Heimatrevier, dem Steinhuder Meer. Nach dem ersten Rennen war ich so aufgeregt, dass ich erstmal direkt hinter der Ziellinie kenterte. Die zweite Wettfahrt musste ich aufgeben, nachdem ich von allen überrundet wurde, weil mein Winkel an der Kreuz eher ein Halbwind- als ein Amwindkurs war. Die Regatta war sicherlich kein Riesenerfolg, aber sie war ein Anfang, dem viele weitere folgten.

Ein, zwei Jahre später gewann ich die Landesmeisterschaft und Niedersachsentrophy im Opti B und wechselte in die Opti A Kategorie. In Opti A bekommt man Punkte für die Deutsche Rangliste und mit genug Punkten qualifiziert man sich für die Deutsche Meisterschaft und für die EM/WM Ausscheidung. Aber im Gegensatz zu hunderten anderen talentierten Kids habe ich die Quali für die EM/WM-Ausscheidung nie geschafft und zur Deutschen Meisterschaft bin ich auch nur einmal gefahren.

Dann bin ich in den Laser umgestiegen und nahm an meiner ersten Europameisterschaft teil, der Laser 4.7 JEM in Norwegen, die mir zeigte, dass ich eine bessere Seglerin war als ich gedacht hatte und dass dort eine viel größere Welt auf mich wartete, als ich je erwartet hätte. Aber bis zur Laser Radial JWM in Medemblick 2017 schaffte ich es bei keiner Regatta ins Goldfleet. 2017 war auch das einzige Jahr, in dem ich mich für den Deutschlandkader qualifiziert hatte, den Rest der Zeit war ich „nur“ Trainingsgruppenmitglied.

Es ist egal, dass meine Jugend-Karriere nicht so super erfolgreich war, wie die einiger meiner Freunde. Ich bin immer noch hier. Ich habe letztens in einem Podcast gehört „Erfolg im Sport gibt dir die Möglichkeit weiter zu trainieren“. Und das stimmt auch zu einem gewissen Grad. Irgendwann braucht man Unterstützung von Sponsoren oder einem Verband. Aber das heißt nicht, dass man aufgeben sollte, wenn diese Unterstützung ausbleibt. Es gibt im Moment genug Segler, die das beweisen. Denn diejenigen, die es wirklich wollen und die den Sport lieben, die werden weitermachen, auch wenn eine Mauer den Weg verbaut oder es mal steinig ist. Unsere Wege sind vielleicht nicht immer alle schnurgerade auf das Ziel zugegangen, aber sie haben uns dahin geführt, wo wir heute sind.

Zehn Jahre später verbringe ich meine Winter in Australien mit meinem Freund, der mich so unglaublich glücklich macht. Und es ist eine riesige Fernbeziehung, aber wir kriegen es irgendwie hin. Und obwohl ich jetzt ein anderes Boot segle als er, haben wir eine Lösung gefunden, wie es trotzdem funktionieren kann.

Meine Einstellung ist, das zu machen, was ich will und mir ist bewusst, dass das ein bisschen klingt wie Pippi Langstrumpf. Und natürlich passt das nicht immer allen anderen. Und natürlich es ist es oft hart und anstrengend und nervenaufreibend eine kreative Lösung zu finden, aber wenn sich alle Puzzleteile am Ende zusammenfügen, war es den ganzen Schweiß definitiv wert.

Außerdem – Außergewöhnlich sein fällt auf. Und vielleicht beeindruckst du jemanden mit deiner Ausdauer und Belastbarkeit und deinem nicht zu brechenden Willen. Vielleicht sucht diese Person eine Crew für ein Projekt oder hat von jemandem gehört, der verantwortungsvolle Teampartner sucht. Und dann eröffnet dir deine Einstellung und Hartnäckigkeit vielleicht neue Türen.

Also, wenn du etwas hast, was dir riesigen Spaß macht, was vielleicht deine Leidenschaft ist – möglicherweise ist es ja Segeln wie bei mir – gib nicht auf, wenn es mal hart wird. Wenn ich auf diese 10 Jahre zurückblicke, bin ich einfach nur überwältigt, wie weit mich der Segelsport gebracht hat, weil ich immer dabei geblieben bin: Von einem schüchternem Mädchen, das kaum andere Länder gesehen hat zu einer organisierten, selbstständigen Frau, die die Welt bereist und überall neue Möglichkeiten findet.

Ein Gedanke zu „A Decade of Racing“

  1. Sehr guter Beitrag. Ich finde es immer erstaunlich wie Menschen sowas durchhalten. Rennen und Leistungssport bringen einen schnell auch mental an die Grenze. Gibt viele die auch dann mal eine posttraumatische Belastungsstörung bekommen. Von daher sehr inspirierend!

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